Kirche von England zeigt sich modernHeirat und Taufe gleichzeitig
Die Kirche von England antwortet auf die "sich wandelnde Welt". Deshalb können Paare künftig gleichzeitig heiraten und ihr Kind taufen lassen.
In der Kirche von England können Paare künftig gleichzeitig heiraten und ihr Kind taufen lassen. Die Mutterkirche der Anglikanischen Kommunion will mit der "familienfreundlichen" Zeremonie die steigende Nachfrage stillen und sich der modernen Gesellschaft anpassen. Neue "Modelle von Beziehungen und der Ehe bieten der Kirche neue Möglichkeiten", sagte der Bischof von Wakefield, Stephen Platten. Mit der Taufe und der Hochzeit in einem antworte die Kirche auf die "sich wandelnde Welt".
Ein Sprecher der Kirche von England (Church of England) betonte jedoch, die neue Zeremonie bedeute nicht, dass die Kirche ihre Lehre geändert habe. "Die Church of England glaubt, dass der beste Ort für Sex innerhalb einer Ehe ist, und dass die Ehe das Beste ist, um Kinder großzuziehen. Das hat sich nicht geändert." Die Kirche wolle aber nicht über die Vergangenheit der Menschen urteilen und alle gleich empfangen.
Traufen "nichts besonderes mehr"
Die katholische Kirche in Deutschland führt diese Praxis bereits "seit einigen Jahren" durch, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz. Auch für die evangelische Kirche in Deutschland ist die Zusammenlegung von Trauung und Taufe (Traufe) mittlerweile Normalität. "'Traufen' sind seit Jahren nichts besonderes mehr. Dies liegt vor allem an den geänderten Familienmodellen", sagte Thorsten Latzel, Oberkirchenrat der EKD.
"Oftmals leben die Paare viele Jahre ohne Trauschein zusammen", sagte Latzel. Wenn dann ein Kind geboren werde, soll die Beziehung mit der Heirat und der gleichzeitigen Taufe einen anderen Charakter bekommen. Hinzu kämen finanzielle und organisatorische Gründe.
44 Prozent der Kinder außerhalb einer Ehe geboren
Die neue Zeremonie basiert auf eigenen Untersuchungen der Kirche von England. Demnach hat ein Fünftel der Paare, die vor den Altar treten wollen, bereits Kinder. Mit den zwei Sakramenten in einer Feier will die Church of England auch kirchliche Hochzeiten wieder attraktiver machen.
Die Taufe findet normalerweise am Sonntag statt. Sie bedeutet, dass der Getaufte in die Christengemeinschaft aufgenommen wird. Nach statistischen Angaben werden in Großbritannien mittlerweile 44 Prozent der Kinder außerhalb einer Ehe geboren.