Auch NRW alarmiertImmer mehr Geflügelpest-Fälle im Norden

In Schleswig-Holstein haben die Behörden bislang 2700 verendete Wildvögel registriert. In Dutzenden Fällen wurde die Vogelgrippe nachgewiesen. Geflügelzüchter sind besorgt. Eine landesweite Stallpflicht gilt bislang aber nicht.
Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Geflügelpest in Schleswig-Holstein hat sich weiter erhöht und ist um 30 neue Fälle bei Wildvögeln gestiegen. Insgesamt liegen derzeit 75 positive Nachweise bei Wildvögeln im Land vor, wie das Landwirtschaftsministerium in Kiel mitteilte. Die Vogelgrippe wurde den Angaben zufolge vom Friedrich-Loeffler-Institut bei Wildgänsen, Wildenten, Brachvögeln, einem Austernfischer und mehreren Möwen festgestellt. Einer der Gründe für die Häufung der Fälle ist der jahreszeitliche Vogelzug.
Der schleswig-holsteinische Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz hat seit dem Beginn des Geschehens bereits mehr als 2700 verendete Wildvögel gezählt. Die Anzahl der tot aufgefundenen Vögel habe sich damit innerhalb von zwei Tagen fast verdoppelt, so das Ministerium weiter. Damit sei nun auch ein erster Fall für den Kreis Steinburg bestätigt worden. Der Kreis werde nun eine Aufstallung in bestimmten Gebieten anordnen, hieß es weiter.
Eine landesweite Stallpflicht für Geflügel hatte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht bereits an Freitag ausgeschlossen, da die Geflügelpest derzeit regional sehr unterschiedlich auftritt und vor allem die Westküste betrifft.
Die Funde in Norddeutschland und in den benachbarten Niederlanden haben auch die Behörden in Nordrhein-Westfalen alarmiert. In NRW sei zwar noch kein Fall nachgewiesen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Dennoch werde das Eintragsrisiko in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in Zoos von dem für Tiergesundheit verantwortlichen Friedrich-Loeffler-Institut als hoch eingestuft. Geflügelhalter in NRW seien dazu aufgerufen, die in der Geflügelpest-Verordnung vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Am Donnerstag war der erste Fall von Geflügelpest in einer Nutztierhaltung in diesem Herbst in Deutschland nachgewiesen worden, in einer kleinen Hühnerhaltung auf der nordfriesischen Hallig Oland.