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Heftige Gewitter sind möglich In den Flutgebieten wird's schön

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In Dresden scheint die Sonne, außer Gefahr ist die Stadt allerdings nicht.

(Foto: dpa)

n-tv Meteorologe Björn Alexander hat gute Nachrichten: In Deutschland - auch in den Hochwassergebieten - kommt und bleibt sommerliches und weitgehend trockenes Wetter. Gefahr droht allerdings von den zu befürchtenden Gewitterschauern. Denn die können die ohnehin aufgeweichten Deiche zusätzlich belasten.

n-tv.de: Björn, hat sich an den Wetteraussichten in den Überschwemmungsgebieten etwas geändert?

Björn Alexander: Glücklicherweise nicht. Wie im Rest unseres Landes bleibt es erst einmal bei sommerlichen bis frühsommerlichen Aussichten. Über der Nordhälfte bleibt es dabei tendenziell sonnig und trocken. Von den Mittelgebirgen südwärts muss man in den kommenden Tagen mit einzelnen, teils auch kräftigen Gewittergüssen rechnen.

Bleibt es dabei, dass sich diese die Lage nicht aufs Neue verschärfen können?

Ja. Denn es handelt sich um punktuelle Schauer und nicht um flächendeckenden Regen. Allerdings können die Regengüsse im Laufe der nächsten Tage auch schon mal unwetterartig ausfallen. Aber - wie gesagt - eine Verschärfung der Hochwasserlage ist damit nicht zu erwarten, denn die Mengen sind nicht abflussrelevant. Die Wetterbesserung kann aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation vor allem an der Elbe nach wie vor sehr dramatisch ist.

Wie wird sich der Wasserstand entwickeln?

Der Hochwasserscheitel nähert sich von Tschechien her und wird Dresden spätestens am Donnerstag passieren. Der höchste Pegelstand dürfte zwischen 8,50 und 8,80 Meter liegen. Und dann müssen die Deiche und Dämme etwa 12 Stunden lang einen sehr hohen Wasserstand aushalten. Das ist auch der einzige Punkt, bei dem schwere Gewitter zur Gefahr werden könnten. Denn wenn ein aufgeweichter Deich auch noch Wasser von oben bekommt, dann erhöht das die Gefahr eines Deichbruches. An der Stelle müssen wir mal hoffen, dass die einzelnen Gewitter nicht ausgerechnet dort niedergehen.

Wie geht es mit dem Hochwasserscheitel weiter?

Der wird sich anschließend weiter elbabwärts verlagern. Auf seinem Weg in Richtung Nordsee trifft er im Bereich mittlere und untere Elbe auf hohe Wasserstände. Denn die Zuflüsse in diesem Bereich - also zum Beispiel Mulde, Saale oder Schwarze Elster - haben natürlich auch schon sehr viel Wasser gebracht.

Wie lange wird sich das noch hinziehen?

Da die Fließgeschwindigkeit nicht sehr hoch ist, wird sich das Hochwasserereignis im Unterlauf noch bis in die nächste Woche hinein halten. Da bleibt dann wirklich zu hoffen, dass die Wetterentwicklung stabil bleibt.

Gibt es Grund zur Sorge?

Bisher nicht unbedingt. Allerdings ist unser schönes Sommerwetter eventuell nicht von langer Dauer. Zumindest ist auch eine Umstellung in Richtung wechselhafter mit Regen im Laufe der nächsten Woche nicht ganz auszuschließen.

Quelle: n-tv.de

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