Panorama

Hamas-Massaker ausgenutztPlünderer auf Nova-Festivalgelände zu Haftstrafen verurteilt

12.01.2026, 14:52 Uhr
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378 Festivalteilnehmer wurden von der Hamas während ihres Angriffs am 7. Oktober 2023 getötet. (Foto: picture alliance / epd-bild)

Kurz nach dem Massaker auf dem Nova-Festival verschaffen sich drei Israelis Zugriff auf das Gelände und plündern die Habseligkeiten zahlreicher Opfer. Nun müssen sie ins Gefängnis. In der Urteilsbegründung wendet sich die Richterin mit scharfen Worten an die Angeklagten.

In Israel sind drei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden, die Medienberichten zufolge nach dem Terrorangriff der Hamas auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals geplündert hatten. Ein Gericht in der südisraelischen Stadt Beerscheba verurteilte sie zu Haftstrafen zwischen 36 und 40 Monaten.

Sie hatten sich demnach einen Tag nach dem Angriff am 7. Oktober 2023 Zugang zu dem Gelände verschafft, das zu diesem Zeitpunkt militärisches Sperrgebiet war. Dort brachen sie Autos auf und stahlen Eigentum der Ermordeten oder geflüchteten Überlebenden, unter anderem einen Laptop, Kreditkarten und Ausweispapiere.

Hamas-Kämpfer töteten insgesamt 378 Festivalbesucher bei ihrem Terrorangriff auf die Musikveranstaltung und entführten 44 weitere Teilnehmer. Der Terrorangriff war der Auslöser des Gaza-Kriegs. Insgesamt mehr als 1200 Israelis wurden in der Grenzregion getötet und mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Nach Friedensbemühungen durch die USA herrscht derzeit offiziell Waffenruhe.

In ihrer Urteilsbegründung wendete sich die Richterin Medienberichten zufolge mit scharfen Worten an die Angeklagten. Demnach hätten die Männer das Massaker für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt. Ihr Verhalten sei von unentschuldbarem Opportunismus geprägt gewesen. Die Plünderungen seien nicht nur kriminell, sondern ein eklatanter Verrat an der Menschenwürde und der grundlegenden sozialen Solidarität, sagte sie.

Quelle: ntv.de, gri/dpa

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