"Es war eine Tragödie"Italien gedenkt "Concordia"-Opfer

In Rom gedenken die Menschen mit einem Gottesdienst an die Opfer des Schiffsunglücks der "Costa Concordia". Präsident Napolitano sichert den Angehörigen seine Solidarität zu. Er lobt aber auch die Arbeit der Rettungskräfte.
Einen Monat nach der Havarie der "Costa Concordia" hat Italiens Präsident Giorgio Napolitano bei einem Gedenkgottesdienst in Rom sein tiefes Bedauern über das Unglück ausgedrückt. "Es war eine Tragödie", sagte er in Rom. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Solidarität zu und lobte die Arbeit von Rettern und Tauchern. Diese hätten alles getan, um Überlebende zu retten und Tote zu bergen.
Die "Costa Concordia" war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Bislang wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sechs Deutsche.
Am Wochenende war unterdessen eo, das nach Medienberichten das Chaos auf der Kommandobrücke des leckgeschlagenen Schiffes dokumentiert. "Die Passagiere besteigen die Rettungsboote auf eigene Faust", ist in dem Film zu hören. "In Ordnung", antwortet eine gelassen klingende Stimme, die die Nachrichtensendung TG5 des TV-Senders Canale 5 Kapitän Schettino zuordnete. Die Staatsanwaltschaft wolle das Video nun für die Ermittlungen heranziehen, hieß es.
Ganze Wahrheit muss ans Licht kommen
Kardinal Angelo Bagnasco mahnte in dem Gedenkgottesdienst, noch müsse die ganze Wahrheit über das Unglück ans Licht kommen und der Gerechtigkeit Genüge getan werden. "Das ist notwendig, um die Wunden zu heilen und das Vertrauen wiederherzustellen." Bagnasco, der Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz ist, dankte sowohl den Rettern als auch den Einwohnern von Giglio, die nach dem Unglück Überlebende bei sich aufgenommen hatten. "In ihnen erkennen wir die tiefe Seele unserer Nation, die reich an Intelligenz und Herz ist."
Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Verlassen des Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.