Panorama

Vier Jahre Gefängnis Jackson-Arzt erhält Höchststrafe

Michael Jacksons früherer Leibarzt muss ins Gefängnis. Der Herzspezialist Conrad Murray wird in Los Angeles zu der möglichen Höchststrafe von vier Jahren Haft verurteilt. Der Richter vermisst vor allem Reue bei dem Mediziner.

Michael Jacksons früherer Leibarzt muss vier Jahre ins Gefängnis. Der Herzspezialist Conrad Murray wurde in Los Angeles zu der möglichen Höchststrafe verurteilt. Die Geschworenen hatten ihn bereits Anfang November wegen fahrlässiger Tötung für schuldig befunden. Jackson war am 25. Juni 2009 an einer Überdosis von Narkose- und Schlafmitteln gestorben. Richter Michael Pastor setzte nun das Strafmaß fest. Er hätte den 58 Jahre alten Herzspezialisten auch auf Bewährung frei lassen können.

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Murray zeigte keine Reue.

(Foto: AP)

Das Gericht sprach den Angehörigen Jacksons außerdem eine Entschädigung zu, deren Höhe bei einer Anhörung am 23. Januar festgelegt werden soll. Die Staatsanwaltschaft verlangt, dass Murray die entgangenen Einnahmen einer geplanten Comeback-Tournee des Popstars in Höhe von geschätzt 100 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) erstattet. Zudem solle der Mediziner die Kosten von Jacksons Beerdigung in Höhe von knapp zwei Millionen Dollar tragen.

Pastor fand harte Worte für Murray. Er habe seine ärztlichen Pflichten andauernd verletzt, gelogen und betrogen. Er habe keinerlei Reue gezeigt und sogar dem gestorbenen Patienten eine Mitschuld gegeben. Die Mutter des Sängers und mehrere Geschwister waren zugegen, als der Richter seine Entscheidung verkündete.

Russisches Roulette mit Propofol

Staatsanwalt David Walgren hatte in der Anhörung vor Gericht die Höchststrafe gefordert, weil Murray nach seinen Worten "grob fahrlässig" viele Fehler gemacht und seinen Patienten vernachlässigt habe sowie außerdem seine Taten nach dem Tod des Popstars zu vertuschen versucht habe. Walgren zufolge spielte Murray mit Jacksons Leben "russisches Roulette", indem er ihm täglich das starke Narkosemittel Propofol spritzte.

Murray selbst ergriff nicht das Wort, um den Richter um eine milde Strafe zu bitten. Auch während des Prozesses hatte er geschwiegen. Sein Anwalt Ed Chernoff stellte Jackson am Dienstag als reichen und mächtigen Patienten dar, der den Arzt ständig um Medikamente angebettelt habe.

Während des Prozesses argumentierte die Verteidigung, dass Jackson selbst zu der tödlichen Dosis gegriffen habe, als sein Arzt nicht im Raum war. Nach dem Schuldspruch Anfang November hatten Murrays Anwälte angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

Rechtsexperten gehen davon aus, dass der Mediziner nur einen Teil der Zeit hinter Gittern verbringen muss. Weil die Haftanstalten in Kalifornien überfüllt sind, werden viele Insassen, die keine Vorstrafen haben, vorzeitig entlassen. Murray, der als Arzt zuvor nie straffällig wurde, könnte später auch unter Hausarrest kommen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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