Panorama

Drei Jahre nach Minenunglück in Chile Justiz stellt Ermittlungen ein

69 Tage lang waren sie unter Tage eingeschlossen, die Kumpel der kleinen Gold- und Kupfermine von San José im Norden Chiles. In einer spektakulären Rettungsaktion wurden die Männer befreit. Doch wer ist an dem Einsturz der Mine schuld? Diese Frage wird wohl weiterhin unbeantwortet bleiben.

AP100917032524.jpg

Über zwei Monate mussten die Bergleute in 700 Meter Tiefe ausharren.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Fast genau drei Jahre nach der spektakulären Rettung von 33 verschütteten Bergarbeitern in Chile hat die Justiz des Landes rechtliche Konsequenzen für die Minenbesitzer verworfen. Die von den Familien der Bergarbeiter erstattete Schadenersatzklage wegen vermeintlicher Mitschuld der Besitzer an dem Drama wurde offiziell zu den Akten gelegt. "Es wurde entschieden, nicht weiter zu ermitteln, da keine Anhaltspunkte für derartige Beschuldigungen vorliegen", sagte ein Vertreter des zuständigen Ministeriums der Region Atacama.

Die 33 Bergarbeiter waren am 5. August 2010 nach dem Einsturz der Mine San José in der Atacama-Wüste 69 Tage lang unter Tage eingeschlossen, bevor sie gerettet werden konnten. Erst 17 Tage nach dem Einsturz wurde klar, dass die Kumpel noch am Leben waren, woraufhin eine gewaltige Rettungsaktion mit schwerem Bohrgerät gestartet wurde, deren Kosten sich auf 22 Millionen Dollar beliefen (umgerechnet 16,6 Millionen Euro). Der 700 Meter lange Rückweg der Kumpel an die Erdoberfläche wurde seinerzeit vom Fernsehen live übertragen und in aller Welt mit Spannung verfolgt.

"Sie haben mich ein zweites Mal beerdigt", schimpfte der damals verschüttete Mario Sepulveda nach der Justizentscheidung. "Ich habe den ganzen Vormittag geweint, das zeigt den miserablen Zustand der chilenischen Justiz, sie hätten sich viel mehr anstrengen können",  sagte der Minenarbeiter. Einem anderen Minenarbeiter namens Luis Urzua, der als Sprecher der Schicksalsgemeinschaft gilt, wurde nach eigenen Worten vom Anwalt der Gruppe geraten, "ruhig zu bleiben" und den Ausgang einer 2011 eingereichten Klage wegen Fahrlässigkeit gegen die chilenische Regierung abzuwarten.

Quelle: ntv.de, AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.