Panorama
Mittwoch, 07. März 2018

Nach mehr als 40 Jahren: Kapstadts "Brücke ins Nichts" wird vollendet

Elbphilharmonie, Stuttgart 21, BER: drei deutsche Bauprojekte voller Pannen und Verzögerungen. Aber die "Brücke ins Nichts" im südafrikanischen Kapstadt stellt sie allesamt in den Schatten.

Von Kapstädtern als hässliches Überbleibsel verschmäht, von Filmemachern geliebt, bei Touristen ein begehrtes Objekt für Schnappschüsse: Die unvollendete Autobahnbrücke im Zentrum Kapstadts soll nach mehr als 40 Jahren endlich fertiggestellt werden.

Foreshore Freeway Bridge, besser bekannt als "Brücke ins Nichts".
Foreshore Freeway Bridge, besser bekannt als "Brücke ins Nichts".

Seit 1977 steht die funktionslose Überführung in der Nähe der berühmten V&A Waterfront. Warum ihr Bau damals abgebrochen wurde, ist nicht vollkommen klar. Es heißt, die Ingenieure hätten einen Rechenfehler gemacht, der nicht mehr zu beheben war. Andere behaupten, der Stadt sei damals das Geld ausgegangen. Inzwischen ist die "Brücke ins Nichts" ein Wahrzeichen Kapstadts geworden, wenn auch eins in Anführungsstrichen.

Für viele Jahre überlegte die Stadt, wie man die abgesperrte, halbe Brücke wieder nutzbar machen könne. Seit Jahren finden auf ihr hauptsächlich Drehs für die Film-, Werbe- und Musikindustrie statt. Kürzlich trafen die Behörden eine Entscheidung: Die Brücke soll an die existierende Autobahn angeschlossen werden, um den Verkehr in der Innenstadt zu beruhigen.

Dazu sollen elf Wolkenkratzer mit fast 4000 Wohnungen entlang der Küstenlinie hochgezogen werden, an der die Stadt auf den Atlantik trifft. Die Idee ist, den Lückenschluss teils durch den Verkauf der Apartments zu finanzieren. Ein bisschen müssen sich Einwohner und Besucher aber noch gedulden: Das 8,6 Milliarden Rand oder umgerechnet rund 590 Millionen Euro teure Bauprojekt ist erst für Ende 2020 geplant.

Datenschutz

Quelle: n-tv.de