Panorama

UN-Drogenbehörde warnt Kartelle fördern Waffenhandel

Südamerika, Westafrika – beides weit weg. Nicht jedoch im Drogengeschäft. Neben regem Handel mit Waffen zwischen den beiden Regionen steigt nach Angaben der UN-Drogenbehörde auch der Konsum mit Rauschgift in Afrika. Und das Kokain Europas – das kommt ebenfalls von dort.

Auf dem Schwarzen Kontinent steigt der Drogenkonsum.

Auf dem Schwarzen Kontinent steigt der Drogenkonsum.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die UN-Drogenbehörde UNDOC sieht zunehmend Hinweise auf Verbindungen zwischen südamerikanischen Drogenkartellen und terroristischen Gruppen in Westafrika. UNDOC- Direktor Antonio Maria Costa sagte dem britischen Rundfunksender BBC, die Drogenkartelle hätten seit Jahren Kontakte zu Gruppen in Westafrika aufgebaut, die Drogen gegen Waffen tauschten. Auch zu terroristischen Gruppen gebe es nach Erkenntnissen seiner Gruppe Kontakte, sagte Costa am Rande einer Regionaltagung zur Drogenbekämpfung im senegalesischen Dakar.

In den vergangenen Monaten haben in einer Reihe von Staaten der Region, etwa in Mali und Niger, radikalislamische Gruppen ihre Aktivitäten verstärkt. Die Organisation von El Kaida im nordafrikanischen Maghreb ermordete im vergangenen Jahr einen in Mali entführten britischen Touristen und hält derzeit einen Franzosen als Geisel.

Die Drogenmafia aus Kolumbien und anderen südamerikanischen Staaten schmuggelt seit Jahren Kokain über Westafrika nach Europa. Politische Instabilität und weit verbreitete Korruption begünstigen den Schmuggel. Schon seit Jahren warnt UNDOC, dass sich die Drogenlords in Ländern wie Guinea Bissau straffrei fühlen können und politischen und wirtschaftlichen Einfluss gewonnen haben. "Afrika hatte Jahre lang kein großes Drogenproblem, aber nun steigt der Drogenkonsum auch in den Staaten, über die Kokain nach Europa geschmuggelt wird", sagte Costa.

Quelle: ntv.de, dpa

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