Panorama

Gewissheit über Eisbären-Tod Knut ist ertrunken

140709ERF515_140709ERF515.jpg4414551746424298666.jpg

Knuts Tod hatte weltweit Trauer ausgelöst.

(Foto: dapd)

Nicht der Stress brachte Knut um, sondern eine anhaltende Virus-Infektion: Die Untersuchung des toten Eisbären zeigt, dass Knut eine Entzündung im Gehirn hatte. Dadurch brach der Bär zusammen und stürzte ins Wasser, wo er ertrank. Der Streit um Knuts Fell dauert an. Das Berliner Naturkundemuseum will es ausstellen.

Der Berliner Eisbär Knut ist ertrunken. Das ist das vorläufige Ergebnis der Sektion. "Knut ist in Folge einer massiven Gehirnentzündung ertrunken, die mutmaßlich durch einen Erreger ausgelöst wurde", sagte Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, das die Untersuchung vorgenommen hatte. Die Virus-Infektion führte über mehrere Wochen zu entzündlichen Zerstörungen im Gehirn des Tieres. Der weltweit bekannte Eisbär war vor zwei Wochen vor den Augen zahlreicher Besucher im Zoologischen Garten Berlin zusammengebrochen und in ein Wasserbecken gestützt.

Auch das Rückenmark sei in der Folge der Entzündung krankhaft geschädigt worden. IZW-Präsident Heribert Hofer teilte mit, dass keine Missbildung auf Grundlage von Gen-Defekten entdeckt wurde. Eine IZW-Pathologin ergänzte, es gebe auch keine Hinweise auf übermäßigen Stress als mögliche Krankheitsursache.

Germany_Knut_Death_LGL101.jpg3436926249103268548.jpg

Der Eisbär war am 19. März ins Wasser gestürzt und ertrunken.

(Foto: AP)

Um die Ursache für den Tod Knuts am Nachmittag des 19. März im Zoologischen Garten hatte es zahlreiche Spekulationen und emotionale Debatten unter den Fans in der ganzen Welt gegeben. Im Alter von nur vier Jahren war der Eisbär in seinem Gehege zusammengezuckt, hatte sich mehrmals im Kreis gedreht, war ins Wasser gefallen und vor den Augen mehrerer Hundert Besucher gestorben.

Streit um die Überreste

Nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen soll Knut dem Berliner Museum für Naturkunde übergeben werden. Der Generaldirektor des Museums, Ferdinand Damaschun, kündigte an, Knut in eine Ausstellung vermutlich zum Klimawandel integrieren zu wollen. "Das Tier soll allerdings nicht ausgestopft werden, sondern als sogenannte Dermoplastik weiterexistieren", sagte er. Hierfür wird ein Modell des Bären angefertigt, auf das das Fell des Originals gezogen wird. Wann der Eisbär ausgestellt wird, konnte Damaschun noch nicht sagen. "Wir werden uns Zeit lassen", sagte er.

Allerdings mehren sich die Stimmen gegen den bisherigen Plan des Zoos, es auszustopfen und im Naturkundemuseum zu präsentieren. Viele Fans halten das für "pietätlos".

Der Eisbär war im Alter von vier Jahren und drei Monaten überraschend gestorben. Er war weltweit bekannt geworden, nachdem Tierpfleger ihn im Zoo per Hand aufgezogen hatten. Seine ersten Monate waren in zahlreichen Videoclips im Internet dokumentiert worden und hatten eine große Fangemeinde geschaffen. Das Tier hatte Millionen Besucher aus aller Welt in den Zoo gelockt.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen