Panorama

Größte Porzellanausstellung Europas "Königstraum und Massenware" eröffnet

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Eine Vase zur Einweihung des neuen Manufakturgebäudes des Porzellanherstellers Sevres (1876/77) im Porzellanikon in Hohenberg an der Eger.

(Foto: dpa)

Das Reise-Bidet der österreichischen Kaiserin Sisi, ein Teller Napoleons aus Medici-Porzellan und ein Service von Katharina der Großen ­ das sind einige der Höhepunkte der Ausstellung "Königstraum und Massenware", die am Samstag im Museum Porzellanikon in Selb und Hohenberg an der Eger (Bayern) eröffnet wurde. Anlass dafür ist das 300-jährige Jubiläum der Porzellanherstellung in Europa: Im Jahr 1710 eröffnete im sächsischen Meissen die erste Porzellanmanufaktur.

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Ebenfalls in Hohenberg zu sehen: Eine Medici-Porzellanvase.

(Foto: dpa)

Nach Angaben der Veranstalter ist "Königstraum und Massenware" die größte und umfangreichste Porzellanausstellung, die bisher in Europa zu sehen war. Auf 3500 Quadratmetern sind an den beiden Standorten rund 1000 Exponate von mehr als 100 Leihgebern aus 17 Ländern zu sehen. Rund 100.000 Besucher werden erwartet. "Wir kooperieren unter anderem mit Institutionen wie dem Metropolitan Museum in New York, dem russischen Peterhof in Petersburg oder dem Louvre in Paris", sagte Porzellanikon-Direktor Wilhelm Siemen.

Genauso spannend wie die historischen Stücke seien aber auch die Arbeiten internationaler Design-Ikonen der Moderne oder Werke von Künstlern wie Tobias Rehberger, Cindy Sherman oder Marcel Wanders, die diese teilweise eigens für die Ausstellung geschaffen haben. "Wir wollen anhand der Geschichte des Porzellans auch den Wandel der Gesellschaft vom höfischen Barock des 18. Jahrhunderts bis in das Zeitalter der Globalisierung aufzeigen", erläuterte Hauptkuratorin Petra Werner. Sie versprach eine "Zeitreise durch die Tisch- und Lebenskultur Europas von der königlichen Tafel bis hin zur Arbeiterkantine".

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Ausstellungs-Kurator Francois Burghardt.

(Foto: dpa)

Die Ausstellung finde in Selb statt, weil trotz immenser Billigkonkurrenz aus Fernost noch immer etwa 60 Prozent der europäischen Porzellanproduktion aus der Region Ostoberfranken und der nördlichen Oberpfalz stammten, sagten die Veranstalter. Zudem haben die Namen prominenter Porzellanhersteller wie Rosenthal oder Hutschenreuther den Landstrich an der Grenze zur tschechischen Republik geprägt.

Quelle: ntv.de, dpa