Panorama

Nach Feuer in Notre-Dame Krimineller Hintergrund bei Brand ausgeschlossen

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Eine nicht richtig ausgedrückte Zigarette könnte das Flammen-Inferno im April ausgelöst haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Pariser Staatsanwaltschaft beendet die vorläufigen Ermittlungen zu dem Brand in der Kathedrale Notre-Dame. Zwei mögliche Brandursachen sind identifiziert. Eine vorsätzliche Tat schließen die Ermittler jedoch aus.

Eine weggeworfene Zigarette oder ein Kurzschluss gehören zu den möglichen Ursachen für den Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame vor zweieinhalb Monaten. Das teilte die Staatsanwaltschaft der französischen Hauptstadt zum Abschluss der vorläufigen Ermittlungen mit. Für Brandstiftung gebe es "keine Hinweise", betonte sie. Eine klare Brandursache gebe es bisher nicht, weitere Ermittlungen seien nötig. Wie lange diese dauern werden, blieb offen.

Nun sollen sich drei Untersuchungsrichter mit dem Fall befassen. Ermittelt wird wegen "mutwilliger Sachbeschädigung" und Verletzung der Sicherheitsvorschriften gegen Unbekannt. Alle möglichen Ursachen seien bisher aber nur "Hypothesen", betonte Staatsanwalt Rémy Heitz nach rund hundert Zeugen-Anhörungen.

Die französische Gerüstbaufirma Le Bras Frères hatte bereits kurz nach dem Brand am 15. April eingeräumt, dass Arbeiter auf dem Dach der Kathedrale das strikte Rauchverbot missachtet hätten. Das Unternehmen bestritt aber einen Zusammenhang mit dem verheerenden Feuer, das den hölzernen Dachstuhl zerstört und den Spitzturm der Kathedrale zum Einsturz gebracht hatte.

Zudem gehen die Ermittler der Hypothese eines Kurzschlusses nach. Laut Medienberichten könnte er sich bei den Elektromotoren der Aufzüge zu den Gerüsten ereignet haben. Der Brand in dem Gotteshaus hatte Mitte April das Dach zerstört, der Vierungsturm auf dem Mittelschiff fiel in sich zusammen. Präsident Emmanuel Macron gab das Ziel vor, den Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren zu schaffen. Experten sind skeptisch, ob das machbar ist.

Quelle: ntv.de, psa/dpa/AFP