Panorama

Stress bei Warsteiner Legionellen in Brauerei-Abwasser gefunden

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Für Biertrinker sei der Legionellen-Fund unbedenklich, meint die Brauerei.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Legionellen-Ausbruch in Warstein ist noch nicht überstanden. Nun finden Kontrolleure auch in der Warsteiner Brauerei Spuren des Erregers. Das Bier sei sicher, versichert das Unternehmen. Besucher dürfen dennoch vorerst nicht mehr rein.

Die Verbreitung von Legionellen-Bakterien im sauerländischen Warstein hat jetzt auch die dortige Großbrauerei getroffen. Die Erreger seien am Ausgang eines Abwasser-Vorbehandlungsbeckens gefunden worden, teilte das Unternehmen mit.

Man wolle alles Mögliche unternehmen, um Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter und der Bürger Warsteins auszuschließen, hieß es. Unter anderem soll der Besucherbetrieb eingestellt bleiben, solange die Reisewarnung für Warstein besteht. Vorerst werden wohl keine Brauereibesichtigungen mehr möglich sein.

Beim Einatmen gefährlich

"Unsere Produkte sind sicher", betonte eine Sprecherin der Brauerei. Das Unternehmen versichert also, dass die Bakterien nicht im Bier nachzuweisen sind. Wie die Erreger in das Abwasserecken gelangt sein könnten, wurde nicht bekannt.

Legionellen sind dann für Menschen gefährlich, wenn sie beim Einatmen in die Lunge gelangen. In Warstein erkrankten bereits 165 Menschen und es gab zwei Todesfälle. Die Legionellen gelangten offenbar aus einer Kläranlage in den Fluss Wester und von dort in die Kühlanlage eines Industriebetriebs. Die Kühlanlage verteilte die Legionellen weiträumig.

Brauerei als Quelle?

Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen prüft nun, ob die Verbreitung der Legionellen-Bakterien möglicherweise ihren Ausgang in der Brauerei genommen hat. Bei zwei Messungen im Abwassersystem der Brauerei sei eine starke Belastung festgestellt worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Bei einer weiteren Messung sei der Abwasserzulauf aus der Brauerei zur Kläranlage Warstein belastet gewesen. Geklärt werden müsse nun, ob die Brauerei-Kläranlage über die Luft kontaminiert wurde oder die eigentliche Quelle ist.

Das Bier sei nicht betroffen, bestätigte auch der Sprecher des Ministeriums. Es werde unter strengen Hygienebedingungen hergestellt und während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Die Bakterien sterben bei mehr als 60 Grad ab.

Der Brauerei sei nun die Abdeckung der Klärbecken sowie eine Desinfektion mit UV-Bestrahlung im Ablauf angeordnet worden. Außerdem müssen die Kühlaggregate nun andauernd desinfiziert werden.

Quelle: n-tv.de, jtw/dpa