Panorama

Bergung der "Sewol"-OpferLeichen-Fangnetze werden verstärkt

05.05.2014, 10:19 Uhr
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Die Angehörigen der Opfer fordern: Erst sollen die Leichen geborgen werden, dann die Fähre. (Foto: dpa)

Es ist eine traurige Arbeit, die die Taucher in der gekenterten Fähre "Sewol" erledigen müssen: Sie suchen nach Leichen, die meisten davon sind Kinder. Damit die toten Körper von der Strömung nicht ins Meer getrieben werden, sind nun verstärkte Fangnetze im Einsatz.

Rings um das Wrack der gekenterten Fähre "Sewol" in Südkorea sind am die Fangnetze verstärkt worden, um ein Abdriften der noch nicht geborgenen Leichen zu verhindern. Wegen der starken Strömung war befürchtet worden, dass weitere Tote ins offene Meer treiben könnten.

Unterdessen bargen Taucher elf zusätzliche Leichen, womit die Zahl der bestätigten Todesopfer knapp drei Wochen nach dem Unglück auf 260 stieg. 42 Menschen werden noch immer vermisst.

Persönliche Gegenstände der Opfer und Schiffsteile wurden infolge der starken Strömung und hohen Wellen mitunter dutzende Kilometer abgetrieben. Eine Leiche war am Freitag vier Kilometer vom Unglücksort entfernt entdeckt worden. Die Hinterbliebenen der Opfer fordern, dass zuerst alle Leichen geborgen werden - und erst danach das Wrack der havarierten Fähre.

Gesamte Besatzung in U-Haft

Die "Sewol" war am 16. April mit 476 Menschen an Bord gesunken. 325 der Passagiere waren Schüler aus Ansan, die auf dem Weg zu einer Klassenfahrt auf der südlichen Insel Jeju waren. Die genaue Unglücksursache ist noch unklar.

Alle 15 überlebenden Besatzungsmitglieder befinden sich in Untersuchungshaft. Kapitän Lee Joon Seok und seiner Crew wird vorgeworfen, die Evakuierung verzögert und hilflose Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen.

Quelle: ntv.de, hla/AFP

Fährunglück der Sewol