Panorama

Krawalle bei Paris Linienbus brennt aus

In zwei Pariser Vorstädten ist es am Mittwochabend erneut zu Krawallen gekommen. Maskierte zündeten in Nanterre westlich von Paris einen Linienbus an. Nach Behördenangaben stürmten Unbekannte den Bus und verschütteten brennbare Flüssigkeit. Busfahrer und Passagiere konnten sich unverletzt retten. Das Fahrzeug brannte völlig aus. Die Maskierten entkamen.

Auch in Grigny im Dpartement Essonne südwestlich von Paris, wo am Sonntag ein Bus in Brand gesteckt worden war, registrierte Polizei Zwischenfälle. Etwa 50 Personen hätten vorbeifahrende Autos mit Steinen beworfen. Mehrere Jugendliche hätten versucht, einen Autobus zu attackieren, der aber von Sicherheitskräften geschützt werden konnte. Im Dpartement Essonne werden nach Angaben der Verkehrsgesellschaft aus Sicherheitsgründen gefährdete Gebiet nach Einbruch der Dunkelheit vorerst nicht mehr von Linienbussen angefahren. Diese Bereiche würden umfahren.

Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie erhob schwere Vorwürfe gegen die Täter. Sie seien des versuchten Mordes schuldig, sagte die Politikerin am Donnerstag in einem Fernsehinterview.

Bei der Übergabe eines Berichts an das Parlament forderten Jugendliche aus den Vorstädten mehr Arbeitsplätze, höhere Löhne und ein Ende der Diskriminierung zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Eine Serie von Angriffen auf die Polizei in den vergangenen Wochen sei nur der Vorbote für weitere Unruhen, erklärten sie am Mittwoch.

Ende Oktober vergangenen Jahres hatten wochenlange Krawalle begonnen, bei denen in 300 Städten 10.300 Fahrzeuge sowie 300 Schulen, Bibliotheken und andere öffentliche Gebäude in Flammen aufgegangen waren.



Eine mögliche Wiederholung der Krawalle in diesem Herbst dürfte auch den anstehenden Präsidentenwahlkampf bestimmen. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte trotz Kritik an verbalen Entgleisungen über die Krawallmacher Lob für das von ihm politisch verantwortete Vorgehen der Polizei gefunden. Sarkozy ist wahrscheinlicher Kandidat des bürgerlichen Lagers für die Nachfolge von Präsident Jacques Chirac. Seine mögliche Gegnerin Segolene Royale von den Sozialisten hatte unlängst gefordert, jugendliche Straftäter in Besserungslager zu stecken.

Quelle: n-tv.de

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