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Schnelle Rückführung versprochen Maas reist zum Unglücksort auf Madeira

Einen Tag nach dem verheerenden Busunglück auf Madeira mit 29 deutschen Todesopfern macht sich Bundesaußenminister Heiko Maas ein eigenes Bild von der Lage vor Ort und besucht Überlebende. Mit ihm reist ein Team von Medizinern, das die verletzten Deutschen schon bald nach Hause bringen soll.

Nach dem tragischen Busunglück mit zahlreichen deutschen Todesopfern hat Bundesaußenminister Heiko Maas die Unglücksstelle auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira besucht. Er bedankte sich bei den portugiesischen Behörden für die "großartige Zusammenarbeit in einer ganz schwierigen Zeit". Bei dem Unfall am Mittwochabend nahe der Ortschaft Caniço waren nach Angaben der portugiesischen Behörden 29 deutsche Touristen ums Leben gekommen. Portugals Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

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Maas legte zusammen mit seinem portugiesischen Kollegen Augusto Santos Silva und dem Vizepräsidenten der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, einen Kranz nieder und traf Überlebende des Unglücks. Die Bundesregierung arbeite "mit Hochdruck" daran, die Todesopfer zu identifizieren und die Angehörigen zu informieren, sagte Maas.

Zudem versicherte er, dass die deutschen Verletzten so bald wie möglich nach Hause gebracht werden. "Wir setzen alles daran, dass die Verletzten gesund werden und sobald es möglich ist, nach Deutschland überführt werden", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. Dafür sei er mit Medizinern der Bundeswehr und des Auswärtigen Amts zum Unglücksort gereist, die bereits jetzt Vorkehrungen für die Überführung träfen.

Weiter schrieb Maas: "Wir in Deutschland trauern mit den Angehörigen, die ihre Liebsten in Madeira verloren haben. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien. Unsere Gedanken sind auch bei den Verletzten, die wir heute gemeinsam besucht haben."

MedEvac-Airbus steht bereit

Der Unfall hatte sich nahe dem Dorf Caniço ereignet, das zur Gemeinde Santa Cruz gehört. Der Fahrer verlor offenbar in einer engen Kurve die Kontrolle über den mit mehr als 50 Passagieren besetzten Reisebus, der daraufhin eine Böschung hinabstürzte und in ein Haus krachte. Luftaufnahmen vom Unfallort zeigten das stark beschädigte Wrack des weißen Busses, das an einem Hang neben einem Gebäude lag. Das Dach des Busses war teilweise eingedrückt, die Windschutzscheibe zerschmettert.

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Nach Angaben der Nélio-Mendonça-Klinik in Madeiras Hauptstadt Funchal waren unter den 29 Toten 17 Frauen und zwölf Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. 27 weitere Menschen wurden demnach verletzt, unter ihnen waren nach Medienberichten auch der portugiesische Busfahrer und die portugiesische Reiseführerin. 19 Verletzte lagen nach Klinikangaben noch im Krankenhaus, vier von ihnen auf der Intensivstation.

Kanzleramtschef Helge Braun sagte in Berlin, die Bundesregierung sei in "intensiven Gesprächen" mit den portugiesischen Behörden über eine Rückholung der verletzten Deutschen. Ein MedEvac-Airbus der Luftwaffe steht dafür bereit. Braun bat um Verständnis dafür, dass die genaue Zahl der deutschen Opfer noch nicht mitgeteilt werden könne. Diese werde "auch aus Respekt vor den Angehörigen" erst dann veröffentlicht, wenn alle Angehörigen informiert worden seien und Gewissheit über die Identität jedes Opfers bestehe.

Steinmeier und Merkel bekunden Anteilnahme

Die meisten Opfer hatten ihre Reise bei Trendtours Touristik aus Frankfurt am Main gebucht. 51 Urlauber in dem Bus waren Kunden des Unternehmens, wie der Reiseveranstalter mitteilte. Zwei weitere Betroffene waren Kunden von Schauinsland-Reisen aus Duisburg.

Die Reisegruppe sei mit einem gecharterten Bus auf dem Weg zu einer Abendveranstaltung in Funchal gewesen, "als der Bus aus noch ungeklärter Ursache von der Straße abkam und eine Böschung hinab stürzte", erklärte Trendtours. Alle Businsassen waren in der Hotelanlage Quinta Splendida in Caniço untergebracht. Nach portugiesischen Medienberichten liegt die Unfallstelle nur etwa 50 Meter von der Unterkunft entfernt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie denke mit Trauer und Bestürzung an "unsere Landsleute und alle Menschen, die von dem fürchterlichen Busunglück auf Madeira betroffen sind". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa und Regierungschef António Costa bekundeten ebenfalls ihre Anteilnahme.

Sterbliche Überreste sollen am Samstag übergeben werden

Der Vizepräsident der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, sagte, es sei noch zu früh für Aussagen zur Unfallursache. Der Bus sei fünf Jahre alt und noch vor kurzem zur Inspektion gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Am Flughafen von Funchal wurde eine provisorische Leichenhalle eingerichtet, zur Identifizierung der Opfer sollten Ärzte aus Lissabon eingeflogen werden. Das Krankenhaus in Funchal hofft darauf, die sterblichen Überreste der Opfer ab Samstag an die Angehörigen übergeben zu können.

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Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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