Panorama

Weniger Schule, mehr Haushalt Mädchen leiden stärker unter Pandemie

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Die Corona-Pandemie verstärkt laut Save the Children bestehende Ungleichheiten.

(Foto: AP)

Einer Studie zufolge sind Mädchen stärker als Jungen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Besonders Mädchen aus einkommensschwachen Familien haben es schwer.

Mädchen sind einer Studie zufolge stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als Jungen. Demnach lernten Mädchen in dieser Zeit weniger in der Schule und mussten sich stärker im Haushalt engagieren als Jungen, wie aus einer Erhebung für die Kinderrechtsorganisation Save the Children hervorgeht. Kinder aus ärmeren Familien sind zudem stärker betroffen als solche aus wohlhabenderen Familien.

In den meisten Staaten waren die Schulen etliche Wochen lang komplett geschlossen, der Unterricht fand, wenn überhaupt, online statt. Jedes fünfte befragte Mädchen gab an, in dieser Zeit nichts gelernt zu haben. Bei den Jungen war es nur jeder Zehnte.

 

Vor allem in ärmeren Familien lag dies vor allem am fehlenden Zugang zum Internet: Weniger als ein Prozent der Haushalte, die sich selbst als arm einstuften, konnten den notwendigen Zugang zum Netz gewährleisten. Bei besser gestellten Haushalten hatte immerhin jede fünfte befragte Familie Zugang zum Internet.

Auch die Beschaffung von Lernmaterialien war bei den ärmeren Haushalten vielfach ein Problem. Knapp zwei Drittel der befragten Mädchen sagten, sie hätten während der Pandemie häufiger als zuvor im Haushalt mitarbeiten müssen, bei den Jungen war das nicht einmal bei der Hälfte der Befragten der Fall. Auch bei der Betreuung von Geschwistern waren die Mädchen stärker gefragt.

"Covid-19 hat bestehende Ungleichheiten vergrößert, mit dramatischen Folgen für die Kinder", sagte die Chefin von Save the Children in Deutschland, Susanne Krüger. "Um eine ganze Generation vor dem Verlust ihrer Zukunft zu schützen, müssen einkommensschwache Länder und fragile Staaten dabei unterstützt werden, in ihre Kinder zu investieren", forderte die Kinderrechtlerin. Insgesamt wurden 25.000 Kinder und Erwachsene in 37 Ländern der Welt befragt hat, viele davon in Asien und Afrika.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa