Panorama

Schlimmer als vor Corona Unternehmer klagen über Sauf-Exzesse auf Mallorca

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Partyvolk im "Bierkönig" auf Mallorca.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Vor wenigen Wochen zeigt sich die Initiative "Palma Beach" noch optimistisch. Nach der Corona-Krise deutet vieles auf einen neuen, ruhigeren Typ Urlauber auf Mallorca hin. Doch die Hoffnung ist dem Frust über eine Rückkehr der Sauftouristen gewichen - man habe die Saison bereits aufgegeben, heißt es.

Der Sauftourismus um den Ballermann auf Mallorca ist nach Einschätzung von Unternehmern derzeit noch schlimmer als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Manche Urlauber kämen gegen 10 Uhr morgens in den Hotels an und um 14 Uhr könnten sie schon nicht mehr gehen, zitierte die Zeitung "Última Hora" Juan Miguel Ferrer, Geschäftsführer einer Initiative "Palma Beach" für mehr Qualität an der Playa de Palma.

Die Urlauber buchten in der Regel zehn Tage im Voraus und blieben im Durchschnitt drei oder vier Nächte auf der spanischen Insel. Pro Tag würden sie nur 30 bis 40 Euro ausgeben, davon das meiste für Alkohol, klagte Ferrer. Touristen feierten noch um 4 Uhr morgens, manchmal mit Megafonen, die unerklärlicherweise weiterhin frei verkauft würden. Zum Teil würden volltrunkene Urlauber von ihren Freunden einfach auf der Straße liegen gelassen.

"Wir betrachten die Saison bereits als verloren, was die Kontrolle der Exzesse angeht", zitierte die "Mallorca Zeitung" Ferrer. Die Polizei müsse die strengeren Regeln auf den Straßen auch durchsetzen. Vor einigen Wochen hatte er sich noch optimistisch geäußert. Corona habe wie ein Katalysator für die eigenen Bemühungen gewirkt und einen neuen Typ Urlauber angezogen. Dieser wolle Dinge wie gutes Essen mit lokalen Produkten und einen umweltfreundlichen Nahverkehr.

Diese positive Entwicklung sei leider mit dem 10. Mai zu Ende gegangen, so Ferrer. "Kaum waren die großen Partytempel wieder geöffnet, wurde dieser neue Typ Urlauber vom alten Feierpublikum verdrängt", bedauert er. "Seither leiden wir unter der Ankunft großer Gruppen von Touristen, die nur darauf aus sind, sich auf den Straßen, an der Strandpromenade oder am Strand zu betrinken", zitierte die Zeitung Ferrer.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 15. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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