Panorama

Waldbrand bei Lübtheen Mehr Hubschrauber von Bund und Ländern

Zur Bekämpfung des großen Brandes in Mecklenburg-Vorpommern kommt weitere Technik zum Einsatz. So wird die Zahl der Löschhubschrauber verdoppelt. Inzwischen sind zudem mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer im Einsatz. Doch die Lage bleibt angespannt.

Angesichts des Großbrandes in Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern stocken Bund und Länder die Einsatzkräfte massiv auf. So werde ab dem morgigen Dienstag die Zahl der eingesetzten Löschhubschrauber auf acht verdoppelt, sagte der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg bei einer Pressekonferenz. Dabei würden Polizei und Bundeswehr jeweils zwei weitere Maschinen stellen. Trotz erster Lichtblicke gebe es aber keine Entspannung der Lage. Noch breite sich das Feuer weiter aus. Vor allem die drehenden Winde machten den Einsatzkräften zu schaffen.

Nahe Lübtheen brennt es inzwischen auf mehr als 400 Hektar. Landwirtschaftsminister Till Backhaus sagte, es sei der größten Waldbrand in der Geschichte des Landes. Auch zu DDR-Zeiten habe es keinen mit ähnlichem Ausmaß gegeben. Erste Feuer waren vor sechs Tagen ausgebrochen. Sie schienen am Freitag unter Kontrolle. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus.

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Das Waldgebiet ist Teil eines früheren Militärübungsplatzes und munitionsverseucht. Das erschwert die Arbeiten zusätzlich. Insgesamt sind laut Sternberg derweil gut 400 Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz. Im Sechs-Stunden-Rhythmus würden sie ausgetauscht.

Landesinnenminister Lorenz Caffier sagte, dass zudem mehrere Wasserwerfer von Landes- und Bundespolizei die Löscharbeiten unterstützten. Jeder von ihnen könne gut 10.000 Liter Wasser fassen. Hinzu kämen vier Räumpanzer. Zwischenzeitlich hätten die Planer auch den Einsatz eines Löschflugzeuges erwogen, das auch zur Verfügung gestanden hätte. Allerdings entschieden sich die Verantwortlichen für den Einsatz mehrerer Hubschrauber, was effektiver ist, wie Caffier sagte.

Viertes Dorf wird geräumt

Wegen drehender Winde und der Gefahr der Ausdehnung des Waldbrandes ist am Abend ein viertes Dorf evakuiert worden. Wie die Pressesprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim mitteilte, wurde nach Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs nun der mit mehr als 100 Einwohner kleine Ort Volzrade geräumt. Zuvor hatten bereits etwa 900 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Landrat Sternberg schloss weitere Evakuierungen nicht aus. Zugleich dankte er der Bevölkerung, die bei der Versorgung der Einsatzkräfte helfe. Es sei "überwältigend", sagte er.

Einmal mehr fordert Caffier eine Debatte über die Einsatzkapazitäten. Es müsse geklärt werden, "wie stellt sich Deutschland grundsätzlich auf". Das aber sei keine Frage für den Augenblick. Am morgigen Dienstag wird auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an den Einsatzplanungen teilnehmen und sich ein Bild der Lage verschaffen.

Der Schießplatz bei Lübtheen mit einer gesamten Fläche von etwa 6000 Hektar wurde seit den 1930er Jahren genutzt. Er wurde 2015 geschlossen.

Quelle: ntv.de, dpa/jwu/hul