Panorama

Gefängniskämpfe in Brasilien Mehr als 50 Häftlinge getötet

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Tödliche Unruhen in mehreren brasilianischen Gefängnissen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Brasiliens Gefängnisse sind überfüllt, Gewaltausbrüche sind daher keine Seltenheit. Allein seit Sonntag sind in vier Haftanstalten im Norden Brasiliens mehrere Dutzend Häftlinge ums Leben gekommen: Sie wurden erstochen, erwürgt oder erstickt. Brasiliens Präsident Bolsonaro reagiert nun.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in vier Gefängnissen im Norden Brasiliens sind binnen zwei Tagen mindestens 55 Häftlinge getötet worden. Es seien mindestens 40 Leichen entdeckt worden, teilten die Behörden im Bundesstaat Amazonas mit. Die Leichen wiesen "Anzeichen eines Erstickungstodes" auf. In einer der Haftanstalten, im Anísio-Jobim-Gefängnis nahe der Stadt Manaus, waren am Sonntag bei Kämpfen zwischen Insassen bereits 15 Menschen getötet worden, einige von ihnen wurden erwürgt.

Mindestens 27 Menschen starben im Antonio Trindade Gefängnis nahe Manaus. Alle vier Haftanstalten befinden sich im Bundesstaat Amazonas. Die Regierung des Bundesstaats kündigte an, Verstärkung für die Sicherheitskräfte zu schicken. Die Regierung des Präsidenten Jair Bolsonaro habe zusätzliche Sicherheitskräfte nach Manaus entsandt, erklärte der Gouverneur von Amazonas, Wilson Lima, nach einem Treffen mit Justizminister Sérgio Moro.

Im Anísio-Jobim-Gefängnis wurden vier tote Häftlinge gefunden. Im Januar 2017 waren dort bei einem Häftlingsaufstand 56 Menschen getötet worden. Damals hatten rivalisierende Banden fast 20 Stunden lang gegeneinander gekämpft. Nach der Meuterei und einem weiteren Häftlingsaufstand suchte die Polizei nach insgesamt 184 geflohenen Gefangenen.

Brasilien hat weltweit die drittgrößte Gefangenenpopulation der Welt. Im Juni 2016 saßen in den Gefängnissen Brasiliens 726.712 Häftlinge ein - ungefähr doppelt so viele, wie es Haftplätze gab. In den überfüllten Haftanstalten gibt es immer wieder tödliche Auseinandersetzungen, Meutereien und Ausbruchsversuche, oft werden Haftanstalten faktisch von Drogenbanden kontrolliert.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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