Panorama

Sekundenschlaf des Fahrers? Mehrere Verletzte bei Busunglück auf A 24

Ein Fernreisebus kommt auf der Autobahn 24 in Mecklenburg-Vorpommern von der Fahrbahn ab und fährt in einen Graben. Mehr als 30 Menschen werden laut Polizei verletzt, drei davon schwer. Ein Sprecher des Unternehmens Flixbus hingegen spricht von weit weniger Verletzten.

Bei einem Fernbusunglück auf der Autobahn 24 nahe Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern hat es am frühen Samstagmorgen nach Polizeiangaben 31 Verletzte gegeben. Nach Angaben des Unternehmens Flixbus gab es jedoch deutlich weniger Verletzte als von der Polizei gemeldet. Viele der Insassen, die vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden, seien unverletzt, sagte ein Flixbus-Sprecher. Das Unternehmen bestätigte zunächst drei Verletzte. "Wir können bestätigen, dass die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten wurden", sagte ein Flixbus-Sprecher. Der Bus sei zwischen Prag und Hamburg unterwegs gewesen.

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Der 47 Jahre alte tschechische Fahrer kam laut Polizei von der Fahrbahn ab und kippte auf die rechte Seite.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ursache für den Unfall nördlich von Ludwigslust werde noch ermittelt, möglicherweise handele es sich um Sekundenschlaf des Fahrers, sagte ein Polizeisprecher in Rostock. "Die Ermittlungen laufen." Nach Angaben des Sprechers herrschten zum Unfallzeitpunkt normale Witterungsverhältnisse. Drei Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. 28 Insassen seien leicht verletzt worden. Ein Rettungshubschrauber landete am Unfallort, kam aber nicht zum Einsatz.

Der 47 Jahre alte tschechische Fahrer kam laut Polizei um 5.45 Uhr mit dem Doppelstockbus nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte auf die rechte Seite. Nähere Details zu den Verletzten gab es noch nicht. In dem Bus saßen laut Polizei deutsche, tschechische, rumänische, türkische, albanische, britische, indische, ägyptische und chinesische Staatsangehörige. Kinder seien nicht dabei gewesen.

40 Rettungskräfte und sechs freiwillige Feuerwehren mit 68 Einsatzkräften waren an den Unfallort geeilt. Die Autobahn wurde nach dem Unfall zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Hagenow in Fahrtrichtung Hamburg voll gesperrt. Zur Höhe des Sachschadens gab es zunächst keine Angaben.

Busunfälle relativ selten

Größere Busunfälle sorgen öfter für Aufsehen, sind aber relativ selten. Im Mai 2019 war ein Fernbus nahe Leipzig verunglückt. Eine Frau starb, neun Menschen, darunter der Busfahrer, wurden schwer verletzt. Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer wegen eines "medizinischen Problems" sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle hatte. Im Juni 2019 wurden sieben Menschen verletzt, als ein Flixbus auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe auf einen Lastwagen auffuhr, der plötzlich die Spur wechselte.

Ein knappes Jahr zuvor waren nahe Rostock 22 Menschen verletzt worden. Ihr Bus war von der Fahrbahn abgekommen und in einem Graben umgekippt. Trotz solcher Unfälle zählen Fernbusse zu den sichersten Verkehrsmitteln. "Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist deutlich geringer, als wenn Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind", heißt es beim ADAC. Laut Statistischem Bundesamt sind Busse nur in knapp einem Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert.

Quelle: ntv.de, kst/dpa