Panorama

Für Mord an Freundin Millionär Durst bekommt lebenslänglich

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Robert Durst ist inzwischen ein alter Mann. Das Verschwinden seiner Ehefrau vor 39 Jahren wurde nie aufgeklärt.

(Foto: REUTERS)

1982 verschwindet die Ehefrau des US-Immobilienerben Robert Durst. Fast 20 Jahre später tötet er zwei Menschen aus seinem Umfeld. Ein Prozess im Jahr 2003 endet im Freispruch. Doch nun muss der Millionär doch noch ins Gefängnis. Ein Gericht verurteilt ihn für den Mord an einer Freundin zu lebenslanger Haft.

Der amerikanische Millionär und Immobilienerbe Robert Durst ist wegen Mordes an einer Freundin vor über 20 Jahren zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Ein Richter in Los Angeles verkündete das Strafmaß für den 78-Jährigen. Der unter anderem an Blasenkrebs erkrankte Durst erschien in einem Rollstuhl sitzend im Gerichtsgebäude.

Am 17. September war Durst von einem Geschworenengericht für schuldig befunden worden, seine gute Freundin Susan Berman in der Weihnachtszeit im Jahr 2000 in ihrem Haus in Beverly Hills erschossen zu haben. Sie sollte damals vor der Polizei in den Ermittlungen zum bis heute ungeklärten Verschwinden von Dursts Ehefrau Kathleen Durst im Jahr 1982 aussagen. Kathleen wurde nie gefunden - und es wurde nie Anklage im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden erhoben.

Nach dem Urteilsspruch forderte die Familie von Kathleen, dass Durst auch wegen ihres Verschwindens strafrechtlich verfolgt werden sollte. Der Prozess hatte im März 2020 begonnen, kurz bevor die Coronavirus-Pandemie das Leben in den USA zum Stillstand brachte. Er wurde dieses Jahr im Mai wieder aufgenommen. Die 14-monatige Verzögerung wurde von der Verteidigung laut "New York Times" als die längste Vertagung mit derselben Jury in der Geschichte der Vereinigten Staaten bezeichnet.

Erster Prozess endet mit Freispruch

Durst war auch schon früher vor Gericht. 2003 gestand er, einen Nachbarn zwei Jahre zuvor in Galveston im US-Bundesstaat Texas getötet und zerstückelt zu haben. Die Tötung sei beim Streit um eine Pistole in Notwehr erfolgt, er sei in Panik geraten und habe beschlossen, die Leiche zu zerstückeln. Durst wurde freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft warf Durst damals vor, er habe die Identität des Mannes stehlen wollen, um den Ermittlungen zum Verschwinden seiner Frau zu entgehen.

In der HBO-Dokumentation "The Jinx" aus dem Jahr 2015 schien Durst die Morde zu gestehen. Er ging auf die Toilette, während er noch ein eingeschaltetes Mikrofon trug. Das zeichnete eine Reihe von Kommentaren auf, die wie ein Geständnis wirkten. "Du bist erwischt! Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich", sagte er. Die Abschriften der Tonaufnahmen vor Gericht zeigten Medienberichten zufolge jedoch, dass die Zitate zusammengefügt und bearbeitet worden waren, um sie in eine andere Reihenfolge und einen anderen Kontext zu bringen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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