"Hormonelle Ausbrüche" in IndienMinisterin will Ausgangssperren für Frauen

Es soll nur zu ihrem eigenen Schutz sein: Damit Frauen nicht Opfer ihrer eigenen Hormone werden, macht ausgerechnet die indische Frauenministerin einen originellen Vorstoß.
Die indische Ministerin für Frauenangelegenheiten, Manekha Gandhi, hat kurz vor dem Weltfrauentag mit ihrem Plädoyer für nächtliche Ausgangssperren für Frauen eine Kontroverse ausgelöst. Gandhi sagte dem Nachrichtensender NDTV, Ausgangssperren würden Studentinnen vor ihren eigenen "hormonellen Ausbrüchen" schützen. Die Äußerung sorgte in den sozialen Netzwerken für Spott und Kritik.
In vielen indischen Hochschulwohnheimen gelten nachts Ausgangssperren für Frauen, aber nicht für Männer. Kritiker bezeichnen die Regelungen als sexistisch und überholt. Gandhi sagte hingegen: "Die Ausgangssperren stellen eine rote Linie für die Sicherheit der Studentinnen dar."
In Indien werden jedes Jahr knapp 40.000 Fälle von Vergewaltigungen gemeldet. Ein Kritiker schrieb deshalb bei Twitter, dass es sicherer sei, hormongesteuerte Männer wegzusperren, anstatt Frauen zu verbieten, ein erfülltes Leben zu führen.