Panorama

Unfälle, Missbrauch, Mord Moskaus tödliche Armee

In der russischen Armee sind im vergangenen Jahr durch Unfälle und Verbrechen 766 Soldaten getötet worden. 6700 Rekruten seien von Offizieren oder dienstälteren Soldaten misshandelt worden, sagte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika am Freitag nach Angeben der Agentur Interfax in Moskau. 33 von ihnen seien an den Folgen gestorben. Seine Behörde habe auch Hinweise darauf, dass Soldaten nicht im Dienst verunglückten, sondern bei privaten Arbeiten, die sie im Auftrag ihrer Vorgesetzten verrichteten.

In der russischen Armee wird immer wieder bekannt, dass Offiziere ihre Soldaten für den Bau von Privathäusern einsetzen oder sie gegen Bezahlung an Firmen verleihen. Nachdem Fälle von Rekrutenmisshandlung in der Öffentlichkeit für Empörung gesorgt haben, geht die Armee stärker gegen Missstände beim Wehrdienst vor.

Dennoch berichten russische Medien immer wieder, dass junge Rekruten von Misshandlungen durch Wehrpflichtige kurz vor der Entlassung (Dedowschtschina) schwere bleibende Schäden davontragen. Im Februar schlugen Menschenrechtler Alarm, da in einer Kaserne im Zentrum der Stadt St. Petersburg nach ihren Angaben junge Rekruten von Dienstälteren zur Prostitution gezwungen worden waren.

Quelle: n-tv.de

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