"Ohjajajaohbaby!"Nachbar ärgert sich über Sexgeräusche

"Alle Fenster zu beim Fi****!", lautet die deutliche Ansage eines Berliner Mieters, der nicht mehr arbeiten, schlafen und essen kann, weil seine Nachbarn beim Sex zu laut sind. Seine öffentliche Beschwerde ist gespickt mit Beleidigungen.
"Sehr geehrtes Sex-Performance-Paar!", beginnt der Brief, der in einem Hausflur im Berliner Stadtteil Neukölln aufgehangen und von einem anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses fotografiert wurde. Doch die freundliche Ansprache täuscht, der Ton des Briefs wird mit jeder Zeile rauer.
x "So sehr anmutend die Vorstellung von Sex-Lauten geweckt zu werden in meiner Fantasie erscheint, so widerlich ist es doch in Wirklichkeit", schreibt der Verfasser und stellt klar, dass er endgültig die Schnauze voll habe. "Da das tonal im Bariton Bereich angesiedelte "ohjajajaohbaby" mich nun bereits mehrere Male zu den unterschiedlichsten Nacht und Tageszeiten aus meiner Arbeit, Schlaf, Essen, etc. gerissen hat, möchte ich hiermit eine Beschwerde aussprechen!"
Am Ende verliert der wütende Verfasser jegliche Contenance. "Bevor dies also ganz offiziell die Hausverwaltung erreicht und womöglich unangenehme Konsequenzen gezogen werden hier vorerst einmal auf Nachbarschaftsebene als Bitte zusammengefasst: Alle Fenster zu beim Fi****! Habt ein Gewissen! Ihr seid nicht mehr jung und zum Kotzen!"
Der öffentliche Aushang wurde von einem anderen Bewohner des Wohnhauses fotografiert und auf der Plattform "Notes of Berlin" veröffentlicht und sorgt für gemischte Reaktionen. Manche zeigen Verständnis, andere beschwerten sich über den letzten Satz. So wird der Verfasser als verklemmte Person bezeichnet, aus dem "der blanke Neid spricht". Ein anderer kommentiert: "Es ziehen halt die ganzen Spießer und Klemmies aus Baden Würtemberg, Hessen, Bayern oder Barcelona nach Berlin, weil sie was erleben wollen, aber Nachts zu Hause soll es so ruhig und langweilig sein wie auf der schwäbischen Alb."