Panorama

Diversität auf der Bühne Neue Ballettschuhe für Dunkelhäutige

Balletschuhe

Vorbei ist die Zeit, als Spitzenschuhe nur rosa waren.

(Foto: REUTERS)

Ballettschuhe waren bislang meistens rosa, weil man sie an die Hautfarbe der Tänzerinnen und Tänzer anpassen wollte. Ein britischer Fabrikant ändert das jetzt und setzt damit ein Zeichen.

Bislang gab es die Spitzenschuhe für Balletttänzerinnen fast ausschließlich in einem Farbton: in einem hellen Pfirsichrosa. Ein Fabrikant für Tanzbekleidung in Großbritannien stellt die Tanzschuhe nun aber in mehreren Farben her. Das erfreut besonders schwarze Tänzerinnen. Sie sehen darin ein lang erhofftes Zeichen, dass eben nicht alle Tänzerinnen weiß sind. "In einen Laden zu gehen und Schuhe in der eigenen Hautfarbe zu sehen, stellt eine echte Veränderung in der Ballettwelt dar", sagte eine Tänzerin aus der Kompanie "Ballet Black" dem "Guardian".

Ballettschuhe wurden ursprünglich so entworfen, dass deren Träger und Trägerinnen so aussahen, als ob sie barfuß auf der Bühne stehen würden. Fuß und Bein sollen bei den Pirouetten, Hebefiguren und Tanzbewegungen in den Augen der Zuschauer nahtlos miteinander verschmelzen. Das funktioniert bei den herkömmlichen hellen Schuhen aber nicht bei dunkelhäutigen Menschen. "Viele Leute (...) haben gesagt: 'Wenn es das nur zu meiner Zeit gegeben hätte'", sagte die Tänzerin dem "Guardian" weiter.

In der neuen Kollektion des englischen Fabrikanten gibt es nun neben Spitzenschuhen in Rosa auch bronzefarbene und welche in verschiedenen Brauntönen. Während die dunkelhäutigen Tänzerinnen die Neuerung als eine tiefgreifende Veränderung in der Welt des Balletts empfinden, kommt es in den sozialen Medien zu Häme und Hass. Die Tänzerinnen von "Ballet Black" berichten von Kommentaren wie: "Wir haben dich gefüttert, gekleidet, gebildet und jetzt willst du Spitzenschuhe in deiner eigenen Hautfarbe!" Oder: "Ballett war schon immer mit der Farbe Rosa verbunden, Ballett muss rosa bleiben." Dabei sieht die Realität auf der Bühne längst anders aus.

Quelle: ntv.de, nen