"Spätwinterlicher Tiefschlag"Polarluft zwingt den Frühling zur Pause

Sonnenschein, blauer Himmel und ein laues Lüftchen - damit ist vorerst Schluss. Deutschland steht ein Wetterwechsel bevor, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander weiß. Die Temperaturen sinken spürbar, es wird grauer, regnerischer - und örtlich fallen nochmals ordentliche Schneemengen.
Es wird wieder kalt in Deutschland. Was erwartet uns?
Am Mittwoch wird sich die Wetterlage drastisch und nachhaltig umstellen. Denn auf der Rückseite von Tief "Livia" stürmt ein erster Schwall kalter Polarluft nach Deutschland. Unterstützt wird dieser großräumige Wetterwechsel im weiteren Verlauf noch von Tief "Marlis". Das nistet sich ebenfalls über Skandinavien ein und unterstützt somit die spätwinterliche Entwicklung mit nasskalter Luft aus nordwestlicher Richtung.
Wie heftig wird der Temperatursturz?
Nach Spitzen bis an die 20 Grad am Dienstag geht es schon ganz ordentlich abwärts. So hat der Mittwoch nur noch stürmische 7 bis 16 und der Donnerstag maximal noch 1 bis 9 Grad im Programm. Gleichzeitig ziehen Schauer übers Land, die mit Blitz, Donner und Graupel einhergehen und im Bergland durchweg in Schnee mit entsprechender Glätte übergehen.
Nach dem Frühlingswetter zuletzt: Wie normal oder unnormal ist ein Comeback des Winters zum jetzigen Zeitpunkt?
Da der März und der April als klassische Übergangsmonate nahezu alle Töne auf der Klaviatur der Jahreszeiten spielen können, gehört auch ein spätwinterlicher Tiefschlag zur Normalität. Das zeigt uns beispielsweise ebenso die Temperaturspanne in den Rekordtabellen.
Welche Extreme sind möglich?
Grundsätzlich rangieren die Kälterekorde im März noch locker bei um die minus 15 bis an die minus 30 Grad. Und selbst im April sind noch Tiefstwerte von um die minus 10 bis minus 15 Grad drin. Auf der anderen Seite bewegen sich die Höchstwerte in den Rekordlisten durchaus im Bereich von um die 25 bis über 30 Grad.
Wie sehen denn die Details in den kommenden Tagen aus?
Vor der Kaltfront bleibt es im Südosten Bayerns am Mittwoch noch am längsten freundlich, trocken und mild bei bis zu 16 Grad. Ansonsten ist es aber meistens stark bewölkt mit teils kräftigen Schauern, im Westen auch Graupelgewittern mit nur kurzen sonnigen Abschnitten zwischendurch. Dazu erwarten uns Höchstwerte von 8 bis 12 Grad mit einem starken bis stürmischen Wind aus West bis Nordwest. Im Bergland sowie an der Nordsee drohen derweil sogar Sturmböen und die Schneefallgrenze sinkt im Westen bis gegen 500 Meter.
Und am Donnerstag?
Erwartet uns bei meist 5 bis 9 Grad erneut windiges, teilweise auch stürmisches Aprilwetter mit Schauern, die zum Teil bis in tiefe Lagen in Schnee übergehen. Zwischendrin gibt es ein paar Auflockerungen, die an der Ostsee insgesamt die Oberhand gewinnen. Derweil schneit es an den Alpen bei um die 1 Grad auch länger anhaltend.
Was bringt uns der Freitag?
Alles in allem sieht es bei oft 4 bis 10 Grad besser aus – mit mehr Sonne und Beständigkeit. Lediglich in Richtung Alpen schneit es bei um die 0 Grad länger anhaltend mit Glättegefahr bis in die Tallagen.
Wie viel Schnee ist im Süden möglich?
Bis Freitagabend sind durchaus Schneemengen von 20 bis 40 Zentimetern zu erwarten. Sicherlich gut für alle diejenigen, die es zu Ostern noch ins Hochgebirge zum späten Skilaufen zieht. Allerdings sollte die Winterausrüstung im Fahrzeug passen. Selbst Schneeketten könnten – auch mit Blick auf die weitere Entwicklung in der kommenden Woche – noch notwendig sein.
Worauf können wir uns denn am Wochenende einstellen?
Allgemein bleibt es unbeständig, aber etwas milder bei Höchstwerten von meist 5 bis 12, im Bergland bei um die 3 Grad. Und auch nächste Woche und Anfang April haben die Wettermodelle vielfach wechselhafte, zum Teil auch stürmische Aussichten mit Regengüssen und Schnee in den Bergen in den Prognosen. Immerhin: Der Natur schadet das Schauerwetter sicherlich nicht – und auch die Allergiker können zwischendrin endlich mal wieder aufatmen.
Welche Pollen fliegen derzeit am meisten?
Die Pollen von Hasel und Erle sind quasi durch und werden jetzt zunehmend von den Birkenpollen ersetzt. Oft sind es momentan schon mittlere, im Westen und Südwesten sogar schon hohe bis sehr hohe Konzentrationen – und insofern kann in Sachen Pollen eine Entspannung sicherlich nicht schaden.