Panorama

Hinweise auf Clankriminalität Polizei nimmt Barbershops ins Visier

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"Da sie sich in den einschlägigen Vierteln befinden, gehen wir momentan davon aus, dass es da Bezüge zur Clankriminalität gibt.": die Essener Polizei.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Essen eröffnen 20 Barbershops kurz hintereinander. Die Polizei vermutet dahinter verdeckte Clans, die die Läden als Rückzugsort für kriminelle Machenschaften nutzen. Berlin meldet ähnliche Probleme mit Friseurbetrieben.

Im Kampf gegen Clankriminalität will die Essener Polizei verstärkt Barbershops unter die Lupe nehmen. Die Polizei habe in letzter Zeit eine auffällige Häufung an Gewerbeanmeldungen in dem Friseurhandwerk festgestellt, sagte der Essener Hauptkommissar Thomas Weise der "Rheinischen Post".

"Barbershops sind ein neues Phänomen, das in unseren Kontrollfokus gerückt ist. Die Shops werden in diesem Jahr im Zusammenhang mit Clans das Thema werden." Allein im Viertel Altendorf und der nördlichen Innenstadt in Essen seien über 20 Barbershops kurz hintereinander eröffnet worden, sagte Weise. "Da sie sich in den einschlägigen Vierteln befinden, gehen wir momentan davon aus, dass es da Bezüge zur Clankriminalität gibt."

Die Problematik besteht auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens: "Erste Erkenntnisse zeigen, dass Barbershops im Einzelfall von kriminellen Clanmitgliedern betrieben und durch das Clan-Milieu als Treffpunkt und Rückzugsmöglichkeit genutzt werden", sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Innenministeriums.

Erst vor wenigen Tagen waren in Berlin-Wedding 14 Barbershops kontrolliert worden. Zwei Läden wurden geschlossen und drei Menschen wegen unerlaubten Aufenthaltes vorläufig festgenommen. Die Polizei erklärte: "Die Bekämpfung krimineller Strukturen hat in Berlin auch weiterhin eine hohe Bedeutung."

Quelle: ntv.de, can/dpa