Panorama

Partys in Frankfurt eskalieren Polizei nimmt bei Krawallen 39 Menschen fest

Der Frankfurter Opernplatz entwickelt sich seit Wochen zur Partyzone - denn Klubs sind wegen der Corona-Krise noch immer geschlossen. Meist bleibt es dort friedlich. Nun kommt es zu einer Massenschlägerei - auch Einsatzkräfte vor Ort werden angegriffen.

In der Frankfurter Innenstadt ist es in der Nacht zum Sonntag zu gewalttätigen Krawallen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hatten rund 3000 Menschen auf dem Opernplatz Partys gefeiert, als die Randale ausbrach. 39 Menschen seien daraufhin festgenommen worden, acht davon seien am Sonntagmorgen noch in Gewahrsam gewesen.

Laut Polizei hatte es um 2.30 Uhr auf dem Opernplatz zunächst eine Massenschlägerei mit 18 Beteiligten gegeben. Einer der Beteiligten sei am Boden liegen geblieben, woraufhin die Polizei eingreifen wollte. Dabei seien die Beamten von den Umstehenden angegriffen worden. Unter anderem seien die Einsatzkräfte mit Gläsern und Flaschen beworfen worden, Schaulustige hätten Beifall geklatscht. Fünf Einsatzkräfte seien verletzt worden. Anschließend sei der Opernplatz geräumt worden.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill sieht die Krawalle als "absoluten, negativen Höhepunkt" der vergangenen Wochen. "Das ist sehr schlimm, was sich da entwickelt und heute Nacht entladen hat", sagte Bereswill bei einer Pressekonferenz. Laut Bereswill wurden die Einsatzkräfte "massiv" mit Flaschen angegriffen, obwohl sie "deeskalierend und kommunikativ" gehandelt hätten. "Von der Qualität aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe", sagte der Polizeipräsident.

In den vergangenen Wochen seien immer wieder tausende Feiernde in der Frankfurter Innenstadt unterwegs gewesen, bisher allerdings friedlich. In der Nacht zu Sonntag sei die Stimmung dann laut Bereswill gekippt. Insgesamt 39 Menschen sind im Zuge der Ausschreitungen festgenommen worden, 8 von ihnen befinden sich laut Polizei noch in Gewahrsam. Bei ihnen prüfe die Staatsanwaltschaft derzeit, ob ein Haftbefehl wegen "schweren Landfriedensbruchs" beantragt werden soll.

In den vergangenen Wochen hatte sich der Opernplatz in Frankfurt zur Freiluft-"Partyzone" entwickelt. An den Wochenenden waren Tausende Menschen zusammengekommen, um auf dem Platz zu feiern. Dabei war die Stimmung meist friedlich.

Die Stadt hatte bereits Anfang Juli wegen eines deutlich erhöhten Müllaufkommens Alarm geschlagen. Bars und Klubs sind zu, immer mehr Leute versammeln sich auf öffentlichen Plätzen wie dem Opernplatz. Erst am Freitag waren in einer Aktion rund 400 zusätzliche Mülltonnen unter anderem am Opernplatz aufgestellt worden, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Quelle: ntv.de, agr/dpa