Panorama

Rüde entkam Jägern ein Jahr lang Problemwolf GW 924m vom Auto überfahren

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Seit Januar 2019 gab es eine Abschussgenehmigung für GW924m. Nun ist das Tier tot. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Wolfsrüde mit der Kennung GW 924m überlebt ein Jahr lang, obwohl ihn die Behörden in Schleswig-Holstein zum Abschuss freigeben. Das Tier überwindet wolfssichere Schutzzäune, reisst mehrere Schafe und wechselt sogar das Bundesland. Nun ist der Rüde tot. Er ist Opfer des Straßenverkehrs geworden.

Der in Schleswig-Holstein vor einem Jahr zum Abschuss freigegebene Wolf "GW 924m" ist tot. Allerdings starb das Tier nicht durch die Kugel eines Jägers, sondern wurde bei Gifhorn in Niedersachsen von einem Auto überfahren, teilte das niedersächsische Umweltministerium mit. Dies habe eine DNA-Analyse nun ergeben. Der für das Tier tödliche Unfall geschah demnach bereits am 6. Januar. Der Wolfsrüde soll in mehr als einem Dutzend Fällen als wolfssicher geltende Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. Er war zwischenzeitlich nach Mecklenburg-Vorpommern abgewandert, wo er nicht geschossen werden durfte.

Der Rüde stammte ursprünglich aus Dänemark. Seit Juni 2018 schlug er mehrfach in Schleswig-Holstein zu. Den Behörden lagen 17 genetische Einzelnachweise von GW 924m vor. Er riss mindestens sechs Schafe, die durch Wolfszäune gesichert waren und tötete weitere Schafe außerhalb von Schutzzäunen.

Auch in Hessen ist ein toter Wolf entdeckt worden. In der Nähe des Wiesbadener Ostbahnhofes habe ein Bahnmitarbeiter das weibliche Tier gefunden, teilte das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mit. Die Wölfin sei offenbar mit einem Zug kollidiert, habe aber äußerlich keine sichtbaren Verletzungen aufgewiesen. Der Fund ereignete sich Mitte vergangener Woche.

Wölfe waren in Deutschland zwischenzeitlich ausgerottet. Seit 20 Jahren breiten sie sich hierzulande wieder aus. Inzwischen sind bundesweit 105 Wolfsrudel sowie 25 Wolfspaare und 13 sesshafte Einzelwölfe nachgewiesen. Die meisten leben im Osten Deutschlands. Gegen die Präsenz der Wölfe machen vor allem Nutztierhalter seit Jahren mobil.

Quelle: ntv.de, mau/dpa