Panorama

Ex-Star Jenna Jameson klagt an Profitiert Pornhub von Vergewaltigungen?

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Jamesons Tage in der Branche liegen lange zurück - nun erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die Website Pornhub. Das Bild zeigt sie 2015 bei der britischen Ausgabe von "Promi Big Brother".

(Foto: imago/Landmark Media)

Was auf pornografischen Websites zu sehen ist, verstößt mitunter nicht nur gegen den guten Geschmack, sondern auch das Gesetz. Einige Plattformen prüfen nicht einmal das Alter ihrer Nutzer. Eine frühere Pornodarstellerin wirft dem Portal Pornhub sogar vor, sexuellen Missbrauch zu fördern.

Die ehemalige US-Pornodarstellerin Jenna Jameson wirft der Plattform Pornhub vor, Videos von Vergewaltigungen nicht nur zu verbreiten, sondern auch von diesen zu profitieren. Jameson ruft auf Twitter dazu auf, die Pornowebsite deshalb nicht mehr zu besuchen. "Setzt euch gegen diese bösen Monster bei MindGeek (ihrer Mutterfirma) ein", schreibt sie. Außerdem teilte sie ein Video der US-amerikanischen Kampagne "Traffickinghub", die Pornhub zur Rechenschaft dafür ziehen will, dass es selbstgedrehten Videos von Vergewaltigungen - unter anderem auch von Kindern - eine Plattform biete. Darin wird dem Portal auch vorgeworfen, Videos von Opfern nicht oder nur zögerlich von ihrer Seite zu nehmen.

Die Gründerin der Kampagne, Laila Mickelwait, will Pornhub abschalten lassen. Auf Twitter schreibt sie, sie habe gerade mit einem weiteren Opfer von Pornhub gesprochen. Die Frau sei als 14-Jährige vergewaltigt und dabei gefilmt worden. Anschließend hätte das Video mehr als zwei Jahre lang gegen ihren Willen auf Pornhub zum Download bereitgestanden. Mickelwaits Post enthält zudem einen Screenshot der Pornhub-Website, der bei einer Suche die Schlagworte "Young Tiny Teen" vorschlägt, also "Junger winziger Teenager". Die Suche zielt also auf pornografische Filme mit sehr jungen Menschen, offenbar aber vor allem mit Minderjährigen ab.

Pornhub gehört wie auch das Portal Youporn zu dem kanadischen Unternehmen Mindgeek und gilt weltweit als eine der erfolgreichsten Websites für pornografische Inhalte. Laut Traffickinghub hat die Seite jedes Jahr 42 Milliarden Aufrufe, jeden Tag sollen es 115 Millionen Zugriffe sein. Die Plattform zeigt nicht nur professionelle Pornos, sondern ermöglicht es Nutzern auch, eigene Amateurfilme hochzuladen. Über die Werbung auf der Seite lässt sich so unter Umständen sogar Geld verdienen. Der Vorwurf von Jameson lautet deshalb, dass Pornhub finanziell davon profitiert, wenn Nutzer ihre Videos hochladen - selbst wenn es sich dabei um echte Vergewaltigungen handelt oder die Opfer minderjährig sind.

Jugendschützer kritisieren: Pornos für jeden zugänglich

Auch in Deutschland stehen Plattformen wie Pornhub in der Kritik, weil sie regelmäßig den Jugendschutz unterlaufen. Die Kommission für den Jugendmedienschutz (KJM) will die Pornobranche zwingen, bislang frei zugänglichen Portalen Altersverifikationssysteme vorzuschalten. Seiten wie Pornhub lassen ihre Nutzer also nicht bestätigen, dass sie mindestens 18 Jahre alt sind. Laut Jugendmedienschutz-Staatsvertrag dürfen pornografische Angebote im Internet aber nur innerhalb einer geschlossenen Benutzergruppe für Erwachsene verbreitet werden.

Während Anbieter mit Sitz in Deutschland diesen gesetzlichen Verpflichtungen in der Regel nachkommen, ignorieren etliche Anbieter mit Sitz im Ausland diese Vorschrift. Die KJM sei bereit, den Weg weiterzugehen und alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen, kündigte der KJM-Vorsitzende Marc Eumann an. Kinder und Jugendliche nutzten inzwischen überwiegend mobile Endgeräte, was die Kontrolle durch die Eltern zusätzlich erschwere. Unter den 20 reichweitenstärksten Onlineangeboten in Deutschland sind gleich mehrere Porno-Portale.

"Der Jugendschutz macht keinen Sinn, wenn jedes Kind vom Kikaninchen zu Pornhub wechseln kann", hatte LfM- Medienregulierer Tobias Schmid unlängst der dpa gesagt. "Wenn wir einerseits im Fernsehen jeden Trailer kontrollieren, Kinder im Netz aber ungefiltert mit abnormalen Sexualpraktiken konfrontieren, können wir es auch sein lassen."

Quelle: ntv.de, ibu mit dpa