Panorama
Freitag, 28. Mai 2010

"Schandmal für unsere Stadt": Protest bei Philharmonie-Richtfest

Nach Kostenexplosion und Terminverzögerungen wird das Richtfest der Elbphilharmonie Hamburg gefeiert. Rund 1200 Gäste können auf der Plaza in 37 Metern Höhe beobachten, wie die Richtkrone an die Spitze des Gebäudes gezogen wird. Proteste gegen das teure Bauwerk gibt es natürlich auch.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust steht zu der Entscheidung für das Prestigeprojekt.
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust steht zu der Entscheidung für das Prestigeprojekt.(Foto: dpa)

Überschattet von Kostenexplosion und Terminverzögerungen hat Hamburg das Richtfest der Elbphilharmonie gefeiert. "Trotz aller Schwierigkeiten war es richtig, dass wir am Anfang dieses Jahrtausends diese Entscheidung getroffen haben", sagte Bürgermeister Ole von Beust vor rund 1200 geladenen Gästen auf der Plaza in 37 Metern Höhe. Sie konnten beobachten, wie die Richtkrone an die Spitze des 110 Meter hohen Gebäudes der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron hochgezogen wurde.

Der große Konzertsaal soll einmal zu den zehn besten der Welt gehören und bietet 2150 Besuchern Platz. Der 500-Millionen-Euro-Bau wird den Steuerzahler statt der veranschlagten 77 Millionen wohl 323 Millionen Euro kosten. Die Eröffnung ist für 2013 geplant.

"Denkmal für die Reichen"

Zu teuer: Ein Demonstrant protestiert neben der Elbphilharmonie.
Zu teuer: Ein Demonstrant protestiert neben der Elbphilharmonie.(Foto: dpa)

Kurz vor Beginn der Richtfestzeremonie protestierten einige Demonstranten vor dem Prestigebau auf einem alten Kaispeicher im Hafen. Als Römer verkleidet feierten sie "Rom am Abgrund" und forderten "eine Elphi reicht nicht für alle". Mit Liedern besangen sie das "Denkmal für die Reichen" und "ein Schandmal für unsere Stadt" und verteilten mit 350.000.000 Euro bedruckte Geldscheine. Auch auf der Elbe fuhren Demonstranten mit einer Barkasse vor dem Gebäude und forderten auf einem Plakat "Elphi entern".

Seit Jahren sorgt die Elbphilharmonie für Schlagzeilen. Immer höhere Kosten, die Eröffnung verschoben und dann auch noch angebliche Baumängel: Längst ist das Prestige-Projekt für alle Beteiligten zum Alptraum geworden.

Quelle: n-tv.de