Panorama

"Anzeichen, dass es Unruhe gibt" Razzien gegen Clans zeigen Wirkung

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Polizisten bei einer Razzia in Neukölln.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit zahlreichen Razzien geht die Polizei in Berlin gegen große kriminelle Familienclans vor. Der Behörde geht es auch darum, die Clans zu beunruhigen und sie bei ihren Aktivitäten zu stören. Kritikern geht das allerdings nicht weit genug.

Nach mehreren Jahren verstärkter Aktivität gegen kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans sieht die Berliner Polizei Erfolge. "Wir haben genügend Anzeichen, dass es auf jeden Fall Unruhe gibt, dass wir die geschäftlichen Tätigkeiten stören und dass die Beteiligten sich deutlich gestört fühlen", sagte Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Im November 2018 hatte die Berliner Landesregierung einen Fünf-Punkte-Plan gegen Clans vorgestellt. Kurz zuvor waren zahlreiche Häuser und Wohnungen von mutmaßlichen Clanmitgliedern vorläufig beschlagnahmt worden.

Slowik wies Vorwürfe etwa der Linkspartei zurück, die häufigen Razzien in Neukölln und anderen Berliner Bezirken richteten sich vor allem gegen harmlose Shisha-Bars und seien daher wirkungslos. "Unsere Kontrollen und Maßnahmen wurden wiederkehrend kritisiert. Kritiker sehen leider nur die Bewegungen an der Oberfläche und nicht die Ermittlungen, die wir darunter führen - man kann es auch gut mit dem Eisberg-Prinzip vergleichen."

Die Annahme, die Kontrollen von Shisha-Bars machten den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität (OK) aus, greife deutlich zu kurz, betonte Berlins Polizeichefin. Vielmehr gehe es dabei um weitere Themen: um den Widerstand gegen aggressives und einschüchterndes Dominanzverhalten, die Ablehnung gesellschaftlicher Regeln und Straßenkriminalität.

"Wir durchbrechen den Mythos der Unangreifbarkeit krimineller Strukturen", sagte Slowik. "Das fängt beim Parken in der zweiten Reihe an, geht über lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Belastungen sowie Gewalt auf der Straße und endet bei der Organisierten Kriminalität." Mit Blick auf die OK im Bereich der Clans sagte Slowik, hier gehe es im Kern um Finanzermittlungen. "Das setzt viele Jahre akribischer Arbeit im Stillen voraus. Hier arbeiten wir mit dem Bundeskriminalamt und international hervorragend zusammen. All das ist natürlich in der Öffentlichkeit nicht sichtbar."

Quelle: ntv.de, sgu/dpa