Panorama

"Ich besorge mir eine Kalaschnikow" Reemtsma-Entführer rastet aus

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Drach neben seinem Anwalt.

(Foto: dapd)

Der neuerliche Prozess gegen den Reemtsma-Entführer Thomas Drach entwickelt sich zur Nervenprobe für die Beteiligten. Der Angeklagte droht mit blutiger Rache, weil er auf dem Weg zum Gerichtsgebäude eine Augenbinde tragen muss. Drach soll versucht haben, seinen Bruder um Millionen zu erpressen.

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach soll nach dem Auftakt des neuen Prozesses gegen ihn Vollzugsbeamte bedroht haben. "Ich werde nächstes Jahr einen Beamten bestrafen für die Sache mit der Schlafbrille", zitierte die Vorsitzende Richterin Ulrike Taeubner aus einer Gesprächsnotiz. "Ich besorge mir eine Kalaschnikow, und dann wird Hamburg schon sehen." Der Prozessauftakt vor dem Hamburger Landgericht hatte sich um zwei Stunden verzögert, weil sich der 51-Jährige weigerte, auf dem Weg vom Gefängnis zum Gericht aus Sicherheitsgründen eine Augenbinde zu tragen.

Drachs Verteidiger Helfried Roubicek erklärte, sein Mandant habe mit den Sätzen lediglich "Dampf abgelassen". Drach selbst sagte, er könne sich nicht erinnern. Nur das Wort "Schwuchtel"("Wie ist der Name der Schwuchtel, die das angeordnet hat?") räumte der Angeklagte ein.

"Keine Einsicht"

Drach muss sich wegen versuchter Anstiftung zur räuberischen Erpressung vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Er soll versucht haben, einen Freund mit zwei Briefen dazu zu bringen, . Als Motiv sieht die Staatsanwaltschaft Drachs Kampf um das versteckte Millionen-Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung vor 15 Jahren.

Unterdessen berichtete eine als Zeugin geladene Vollzugsbeamtin über Fluchtpläne. "Es gab immer wieder Hinweise, dass er versuchte, über Mitgefangene an das Lösegeld zu kommen, um seine Fluchtpläne verwirklichen zu können", sagte die frühere Leiterin der Sicherungsstation im Gefängnis Hamburg-Billwerder. Drach habe immer wieder deutlich gemacht, dass er nicht bis zum Ende seiner Haftzeit im Gefängnis sitzen wolle. Er habe bisher keine Einsicht gezeigt, sich mit der Entführung des Hamburger Millionenerben Jan Philipp Reemtsma im Jahr 1996 auseinanderzusetzen.

Quelle: ntv.de, dpa