Panorama

Gastronomie leidet stärkerReisebranche trotzt der Krise

04.11.2009, 14:18 Uhr

Die deutsche Reisebranche sieht in Krisenzeiten trotz dunkler Wolken auch Sonnenstrahlen. Denn bisher halten sich die Verluste im Inland in Grenzen.

Die deutsche Reisebranche sieht in Krisenzeiten trotz dunkler Wolken auch Sonnenstrahlen. Denn bisher halten sich die Verluste im Inland in Grenzen. "Bei Übernachtungen und Gästezahlen gab es von Januar bis August einen Rückgang von 0,4 Prozent. Da kann man nicht wirklich von einer Krise sprechen", sagte Claudia Gilles, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). Zudem sei 2008 als Bezugsgröße ein überaus starkes Reise-Jahr gewesen. Die Branche zieht am Donnerstag in Dresden auf dem Deutschen Tourismustag Bilanz. Rund 400 Experten tagen unter dem Motto "Innovationsmanagement statt Krisenszenario".

bg56
Die Übernachtungszahlen sind durchaus zufriedenstellend. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Nach Aussagen von Gilles sind Verluste bei Geschäftsreisen durch Zuwächse bei privaten Reisen aufgefangen worden. Beim Blick auf einzelne Bereiche ergebe sich ein differenziertes Bild. So sei die Zahl der Übernachtungen ausländischer Touristen in den ersten acht Monaten um 4,7 Prozent zurückgegangen. In einzelnen Monaten lag das Minus sogar bei sechs bis acht Prozent. Gilles erwähnte vor allem Touristen aus Japan, Südkorea und den USA. Bei deutschen Urlaubern lasse sich kaum ein verändertes Reiseverhalten erkennen. Aber: "Deutschland selbst ist als Reiseziel gefragter als in den Jahren zuvor."

"Man spart am Espresso"

gastronomie
Die Gastronomen sind nicht so zufrieden. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Als Beleg nannte Gilles höhere Übernachtungszahlen im Juli (1,5 Prozent) und im August (2,5 Prozent). "Im Reiseverhalten gibt es keine Revolution, immer nur Evolution", beschrieb sie die Gewohnheiten der Verbraucher. Außerdem reagiere die Branche mit einer gewissen Zeitverzögerung auf die Krise. "In Deutschland ist das noch nicht so spürbar." Dagegen sei die Gastronomie unmittelbar betroffen. Laut Gilles ging der Umsatz hier von Januar bis August um 6,4 Prozent zurück. "Man spart am Espresso und an der Vorspeise."

Insgesamt würden die Deutschen nun im Gastgewerbe und beim Urlaub genauer auf das Preis-Leistungs-Verhältnis schauen. In einer Umfrage hätten 77 Prozent der Befragten das als wichtiges Kriterium genannt. "Die schauen genau hin, was sie für ihr Geld bekommen." Nach den Worten der DTV-Managerin kann die deutsche Tourismusbranche im internationalen Maßstab vor allem mit Servicequalität punkten, da aufgrund des Lohnniveaus manche ausländischen Reiseziele preislich nicht zu unterbieten sind: "Wir möchten mit Qualität überzeugen."

Quelle: dpa