Panorama

Mit Fingerspitzengefühl und Kraft Rettung von Höhlenforscher verzögert sich

3289A6003E6CA9EF.jpg6906527207692521965.jpg

Gerade die letzten Meter sind die schwersten.

(Foto: AP)

Stunde um Stunde zieht sich der Transport des schwer verletzten Höhlenforschers Westhauser hin. Am Höhlenausgang warten bereits Ärzte. Am Morgen bewältigte der Trupp ein weiteres schweres Stück.

Bei der dramatischen Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden zieht sich die letzte Etappe länger hin als erhofft. Die Ankunft des Trupps mit dem schwer verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser am Höhlenausgang werde "im Laufe der nächsten Stunden" erwartet, sagte ein Bergwachtsprecher am Morgen. Die Einsatzleitung hatte zunächst gehofft, dass Westhauser schon im Laufe der Nacht den Ausgang der Höhle am Untersberg erreichen könnte.

Am Morgen bewältigte der Trupp eine weitere schwierige Stelle: "Der 180-Meter-Schacht ist geschafft." Dort musste der Patient, der seit sechs Tagen in einer Trage liegt, frei schwebend hochgezogen werden. Das geht nur mit Muskelkraft, denn eine Seilwinde mit Motor wäre zu gefährlich - sie arbeitet nicht genau genug, und der Patient muss vor Erschütterungen geschützt werden. Retter mussten sich deshalb als Gegengewichte herunterlassen. Nun muss das Retterteam die Trage in einem engen verwinkelten Schacht senkrecht nach oben bugsieren.

Die Retter mit dem 52 Jahre alten Verletzten hatten in der Nacht eine längere Pause einlegen müssen und waren gegen 5.30 Uhr wieder gestartet. Die Kräfte vor Ort hätten entschieden, dass eine Pause notwendig gewesen sei. "Es war immer klar, dass Sicherheit vor Schnelligkeit geht", sagte der Bergwachtsprecher. Am Höhlenausgang in 1800 Metern Höhe steht alles für die Ankunft des Patienten bereit. Ärzte warten und Hubschrauber sind da. Eine mobile notfallmedizinische Station ist eingerichtet.

Wenn Westhauser ankommt, wird er zunächst untersucht. "Je nachdem, wie der Zustand ist, wird entschieden, wie der weitere Transport aussieht", hatte der Vorsitzende der Bergwacht Bayern, Norbert Heiland, am Mittwoch erklärt.

Westhauser hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seit dem vergangenen Freitag wird der Forscher, der die Riesending-Höhle bei Berchtesgaden seit Jahren erkundete, von einem internationalen Rettungsteam aus der Höhle transportiert. Die Helfer liegen trotz der Verzögerung auf dem letzten Stück im Zeitplan - etwa sechs Tage waren im Vorfeld erwartet worden.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

Mehr zum Thema