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Chinesischer Eisbrecher wird lahmgelegt Rettungsschiff steckt im Eis fest

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Ein Eisbrecher, der nun selbst im Eis feststeckt: die chinesische "Xue Long"

(Foto: picture alliance / dpa)

Erst versucht die "Xue Long" das Forschungsschiff "Schokalskij" zu retten, jetzt braucht sie selbst Hilfe: Der Eisbrecher ist blockiert - ein unbezwingbarer, Kilometer langer Eisberg ist im Weg. Die andauernden Rettungsaktionen haben auch Folgen für andere Forscher.

Die Rettungsaktion für das russische Forschungsschiff "Akademik Schokalskij" entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte: Nach seinem gescheiterten Versuch, das in der Antarktis festgefrorene russische Schiff zu befreien, steckt der chinesische Eisbrecher "Xue Long" (Schneedrache) nun selbst dort fest.

"Die 'Xue Long' hat bestätigt, dass sie im Eis eingeschlossen ist", heißt es in einer Erklärung der australischen Schifffahrtsbehörde AMSA. Für die Mannschaft an Bord bestehe aber keine Gefahr. Demnach reichen die Vorräte an Nahrungsmitteln für mehrere Wochen. Nach Angaben von Reportern, die sich an Bord der "Xue Long" befinden, wird das Schiff durch einen Kilometer langen Eisbergs blockiert. Erst wenn dieser den Weg wieder freigibt, kann der Eisbrecher seine Fahrt fortsetzen. Chinas Regierungschef Li Kediang rief die Besatzung auf, Ruhe zu bewahren.

An der Bergung der seit Heiligabend im Packeis feststeckenden "Akademik Schokalskij" waren sowohl die "Xue Long" als zuvor auch der australische Eisbrecher "Aurora Australis" gescheitert. Am Donnerstag flog schließlich ein Hubschrauber der "Xue Long" die 52 Passagiere der "Akademik Schokalskij" zur "Aurora Australis". Die 22 Besatzungsmitglieder blieben an Bord des russischen Schiffes.

Andere Forscher beeinträchtigt

Die "Aurora Australis" setzte ihre Reise unterdessen fort. Sie steuert nun zunächst die australische Forschungsstation Casey an, um dort Vorräte abzuliefern. Danach nimmt die "Aurora Australis" Kurs auf den australischen Hafen Hobart.

Forschern zufolge beeinträchtigt die aufwendige Rettungsaktion die Expeditionen anderer Wissenschaftler. Eine zweiwöchige Forschungsreise von Meereskundlern auf dem französischen Schiff "Astrolabe" sei abgesagt worden, erklärte der Leiter des Französischen Polarinstituts, Yves Frenot. Die "Astrolabe" war anfangs ebenfalls an der Rettungsaktion beteiligt. Noch härter treffe es aber seine chinesischen Kollegen und australischen Kollegen, betonte Frenot.

Saison weiter verkürzt

Nach Angaben der australischen Behörden sind die genauen Auswirkungen noch unklar. Durch die Rettungsaktion werde die ohnehin knapp bemessene Saison aber weiter verkürzt, sagte Jason Mundy von der australischen Antarktis-Behörde.

Die Expedition der "Akademik Schokalskij" folgte einer Route, die Antarktis-Pionier Douglas Mawson vor einem Jahrhundert entdeckt hatte, und fror auf dem Rückweg nach Australien fest. Frenot kritisierte, diese Art von "Gedenk-Expedition" bringe keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Quelle: n-tv.de, sko/AFP

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