Panorama

NRW liefert NotstromaggregateS-Bahn und Pflegeeinrichtungen in Berlin haben wieder Strom

06.01.2026, 10:14 Uhr
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Bis auf einige Autoscheinwerfer herrscht weiterhin Finsternis in Teilen von Berlins Südwesten. (Foto: picture alliance/dpa)

In Berlin geht es langsam voran. Nach dem Stromausfall infolge eines Brandanschlags haben immer mehr Haushalte wieder Strom. Auch die S-Bahn fährt und nahezu alle Pflegeeinrichtungen seien wieder versorgt, so ein Sprecher des Netzbetreibers. Zudem kündigt die Politik einen wichtigen Schritt an.

Nach dem Stromausfall im Südwesten Berlins sind weiterhin rund 25.500 Menschen und etwa 1200 Unternehmen ohne Strom. Das berichtete ein Sprecher des Betreibers Stromnetz Berlin. "Wir haben die Stromversorgung für alle drei betroffenen S-Bahnhöfe wieder hergestellt." Das seien die Stationen Mexikoplatz, Nikolassee und Wannsee. Somit könnten die Bahnhöfe wieder genutzt werden.

Die Tiefbauarbeiten an den zwei Baustellen seien abgeschlossen. Ab heute beginnen die elektrischen Arbeiten. Damit liege man "sehr gut im Zeitplan", so der Sprecher. Von 74 betroffenen Pflegeeinrichtungen seien 72 wieder mit Strom versorgt. Aktuell seien rund "35 sehr große Notstromaggregate im Einsatz". Es seien fünf weitere Notstromersatzanlagen angeschlossen worden. Die Maschinen sind in der Nacht aus Nordrhein-Westfalen eingetroffen, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. "Das Land NRW hat diese bereitgestellt." Bis alle Betroffenen wieder am Netz sind, wird es etwa bis Donnerstagnachmittag dauern.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hatte zuvor angekündigt, dass das Land Berlin Übernachtungskosten von Betroffenen in Hotels übernehmen werde. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner schrieb dazu auf X: "Betroffene Berlinerinnen und Berliner, die nicht in anderen Notunterkünften verweilen können oder wollen, haben jetzt die Möglichkeit, sich in folgende Hotels zu begeben. Die Kosten werden nachträglich vollständig übernommen." Zudem teilte er eine Liste mit den Partnerhotels.

Der mittlerweile mehr als 72 Stunden währende Stromausfall ist der längste in der Geschichte Berlins. Bisher lag der Negativrekord bei 60 Stunden, ebenfalls infolge eines Brandanschlags, im Herbst des Vorjahres in Treptow-Köpenick.

Ursache des Stromausfalls war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte. Am Samstagmorgen waren im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom. Die Polizei war nach eigenen Angaben im betroffenen Gebiet mit etwa 450 Beamtinnen und Beamten sowie mit vier mobilen Wachen im Einsatz.

Quelle: ntv.de, als/dpa