Panorama

Fall Mirco Schallgutachten soll Spur zeigen

Das Verschwinden des zehnjährigen Mirco gibt den Ermittlern noch immer Rätsel auf. Doch nach der bisherigen Spurenlage trafen Täter und Opfer wohl zufällig aufeinander. Als Tatort gilt die Gegend um das Kloster Mariendonk. Der Schrei, von dem Zeugen berichten, lasse sich nicht wegdiskutieren.

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Noch immer sucht die Polizei nach Mirco.

(Foto: dapd)

Im Fall des vermissten Mirco aus Grefrath konzentrieren sich die Ermittler weiter auf ein in den vergangenen Tagen mit Hundertschaften durchsuchtes Gebiet um das Kloster Mariendonk. Ein Schallgutachten solle klären, von wo dort zum Zeitpunkt von Mircos Verschwinden ein Schrei gekommen sein könnte, sagte ein Sprecher der Polizei Mönchengladbach. Mehrere Zeugen hatten ausgesagt, in dem Gebiet am 3. September einen Schrei gehört zu haben.

Daraufhin wurde das Gelände am Sonntag und Montag mit einem Großaufgebot durchsucht. Die Polizei stieß dabei aber auf keine neue Spur. Am Montagabend wurde die Suchaktion vorerst abgebrochen. Neue Hinweise soll nun das Gutachten liefern.

Spontane Entführung?

Die Entführung Mircos aus Grefrath war nach Ansicht der Ermittler wohl nicht geplant. "Es konnte niemand damit rechnen, dass da noch um 22.00 Uhr ein Zehnjähriger unterwegs ist", sagte ein Polizeisprecher. Möglicherweise habe der Täter Mirco mit dem Auto überholt und dann an der Stelle auf ihn gewartet, an der sein Rad gefunden wurde. Der Spurenlage zufolge habe der Täter Grefrath dann in großem Bogen nördlich umfahren.

Deswegen hatte die nordrhein-westfälische Polizei drei Wochen nach der Tat am vergangenen Freitag alle Autofahrer entlang der Route "geblitzt". "Vielleicht kommt der Täter zu dieser Zeit regelmäßig vorbei", hieß es. Die Kennzeichen Hunderter Autos werden nun per Computer abgeglichen. "Wir werden dann vermutlich mehreren Autofahrern einen Besuch abstatten."

Gelände um Kloster Mariendonk

Mehrere Zeugen hatten nahe des Klosters Mariendonk, nordöstlich von Grefrathdort eine halbe Stunde nach der Entführung den markerschütternden Schrei eines Kindes gehört. "Der Schrei lässt sich nicht wegdiskutieren, und er passt in den Zeitablauf." 300 Polizisten hatten daraufhin das Gelände durchkämmt - vergeblich. Die Polizei versucht derzeit mit Hilfe von Gutachtern zu ermitteln, aus welcher Richtung und Entfernung der Schrei kam.

Unterdessen hat sich im Internet vermutlich ein anonymer Trittbrettfahrer des Verbrechens an Mirco bezichtigt. "Wir versuchen rauszubekommen, wer das ins Netz gestellt hat", sagte der Polizeisprecher. Fast 2800 Hinweise sind bislang bei den Ermittlern eingegangen.

Der blonde Junge hatte sich am 3. September auf einer Skateranlage in Grefrath aufgehalten. Am Abend brachte er noch einen Freund nach Hause und machte sich dann selbst auf dem Heimweg. Seitdem ist er verschwunden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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