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Der Biss der Aspisviper, hier ein Exemplar in der Toskana, ist für den Menschen nur in sehr seltenen Fällen tödlich.
Der Biss der Aspisviper, hier ein Exemplar in der Toskana, ist für den Menschen nur in sehr seltenen Fällen tödlich.(Foto: Werner Seiler / Wikipedia)
Mittwoch, 19. Juni 2013

Herzstillstand nach Biss: Schlangendompteur stirbt während Show

Seit Jahrzehnten zieht der Schlangenexperte Dieter Zorn mit seiner Show von Stadt zu Stadt, um den Menschen die Angst vor den Reptilien zu nehmen. Doch nun bezahlte der Mann seine Leidenschaft mit dem Leben: Er wird gebissen und stirbt kurz darauf.

Während einer Tier-Show in Frankreich ist ein deutscher Reptilienexperte von einer Viper gebissen worden und praktisch vor den Augen der Zuschauer gestorben. Der Schlangendompteur Dieter Zorn erlitt im südfranzösischen Dörfchen Faugères einen Herzstillstand, nachdem er wenige Minuten zuvor mehrfach von seiner Aspisviper gebissen wurde, wie die Rettungsdienste mitteilten.

Der 53-Jährige zog seit 1981 zusammen mit seiner Partnerin mit ihrer "Reptiles Show" durch Europa, um dem Publikum die Angst vor Schlangen zu nehmen. "Ohne Scheibe und erst recht ohne Mattscheibe" sollten die Besucher die wilden Tiere so besser kennenlernen, wie es auf der Internetseite der Schausteller heißt.

Während der Show in Faugères biss die Viper jedoch mehrfach zu. Zorn hatte den Angaben zufolge noch Zeit, die Schlange zurück in ihr Vivarium zu legen, bevor sich die Rettungskräfte um ihn kümmerten. Trotz des Einsatzes eines Gerinnungshemmers, um Blutgerinnsel zu verhindern, starb Zorn wenig später an einem Herzstillstand. In seiner Show hatte der 53-Jährige seinem Publikum zuvor auch Krokodile, Pythons, Skorpione und Vogelspinnen vorgeführt.

Die für den Tod des Schlangenliebhabers verantwortliche Aspisviper kommt außer in Südeuropa auch in Deutschland vor, allerdings lediglich im Südwesten der Republik im Schwarzwald. In Deutschland steht die bis zu 80 Zentimeter lange Art, deren Gift für Menschen nur in seltenen Fällen tödlich ist, wegen der akuten Bedrohung der isolierten Population unter Naturschutz.

Jedes Jahr werden in Deutschland zwischen 100 und 200 Schlangenbisse ärztlich behandelt, mit Abstand die meisten davon nach Bissen von Tieren, die in Gefangenschaft gehalten werden. Weniger als drei von 100 gebissenen Patienten sterben an dem Biss.

Quelle: n-tv.de