Panorama

"Sieht aus wie frisch vom Sofa" Schule verbietet Jogginghosen im Unterricht

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Entspannt? Eine Schule in Nordrhein-Westfalen meint: Zu entspannt.

(Foto: picture alliance / Christoph Sch)

Was tun, wenn Schüler in schlabbrigen Klamotten zum Unterricht erscheinen? Eine Schule in NRW versucht es mit einer Kleiderregel: Jogginghosen und Kappen sind ab sofort tabu. Wer wiederholt aussieht wie frisch vom Sofa, muss heimgehen. Und sich umziehen.

Eine Realschule in Nordrhein-Westfalen hat Schmuddel-Jogginghosen aus dem Schulalltag verbannt. Mehrere Schüler seien immer wieder in grauen Schlabberhosen zum Unterricht an die Realschule Süd in Bad Oeynhausen gekommen, sagte die Direktorin Anja Sprengel. Das sah aus "wie frisch vom Sofa". Deshalb habe sich die Schulkonferenz der Sache angenommen. Das Gremium aus Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern stimmte laut Sprengel bereits vor gut einem Jahr für ein Verbot. Seitdem sind Jogginghosen und Kappen im Unterricht tabu.

Seitdem hat jeder Schüler in Bad Oeynhausen drei Verwarnungen frei. Beim vierten Mal werden die Schüler zum Umziehen nach Hause geschickt. Die Schule bereite ihre rund 500 Schüler auf das Berufsleben vor, sagte Direktorin Sprengel. Da sei ein "Couch-Potato-Look" nicht angebracht, auch wenn das gerade im gesellschaftlichen Trend liege. Eine Mutter soll sich zur Begründung der Jogginghosen sogar - erfolglos - auf eine angebliche Jeans-Allergie ihres Kindes berufen haben.

Die Zeitung WAZ hatte zuvor berichtet, dass immer mehr Schulen in Nordrhein-Westfalen Kleidungsvorschriften erlassen. Laut NRW-Schulministerium erlaubt das Gesetz den Schulen, solche Bekleidungsregeln festzusetzen. Diese können durch Schulkonferenzen beschlossen werden.

In Bad Oeynhausen steht die Kleidungsregel inzwischen in der Schulordnung, die allerdings im Ton entspannt und wenig schulmeisterlich rüberkommt: "In den Klassenräumen müssen Winterjacken ausgezogen werden. Das Tragen von Kappen und Mützen ist im Gebäude nicht erlaubt. Wir erwarten von allen eine angemessene Kleidung, das heißt keine Jogginghosen", heißt es dort nüchtern.

Der Trend zu besonders sportlicher Kleidung auch in Büro und Alltag wird bei Modeexperten "Athleisure" genannt - zusammengesetzt aus "athletic" (sportlich) und "leisure" (Freizeit). Prominente befeuern den Trend und Luxusmodelabels greifen ihn vermehrt auf. Es gibt aber auch prominente Gegner des Schlabberlooks. Der vor kurzem gestorbene Modezar Karl Lagerfeld wird beispielsweise mit dem Satz zitiert: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

Quelle: ntv.de, mau/dpa