Panorama

Hitzeschäden an den Gleisen Schwarze Masse bremst Karlsruhes Bahnen aus

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Die Gleise in der Karlsruher Innenstadt sind nicht befahrbar.

(Foto: dpa)

In Karlsruhe kann die Stadtbahn nicht fahren, weil die Gleisanlagen beschädigt sind - offenbar sind Teile davon in der Hitze angeschmolzen. Arbeiter berichten, dass sie eine kaugummiartige, schwarze Masse von den Gleisen kratzen.

Dort, wo in der Karlsruher Innenstadt eigentlich die Stadtbahn fahren soll, herrscht nun Leere - die Gleise sind seit Dienstag gesperrt, weil sie nicht mehr sicher befahrbar sind. Offenbar führte die Hitze dazu, dass Teile von ihnen angeschmolzen sind. Auch an diesem Mittwoch konnte der reguläre Verkehr noch nicht wieder aufgenommen werden. Für die Bahnen gilt daher vorerst ein Notfallkonzept, wie die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) in der Nacht mitteilten. Wegen des Schienenersatzverkehrs könne es zu Engpässen und Fahrtausfällen kommen.

"Fußgänger und Radfahrer werden gebeten, im Bereich der Gleise im gesamten Stadtgebiet besonders vorsichtig zu sein, bis die Schäden und Verunreinigungen durch die VBK vollständig beseitigt sind", hieß es von der Stadt. Demnach sind auch das Technische Hilfswerk sowie eine Fachfirma im Einsatz. Die Zeitung "Badische Neueste Nachrichten" (BNN) berichtete von Arbeitern, die eine "schwarze, kaugummiartige Masse" von den Gleisen kratzten.

Offiziell war von "teerartigem Vergussmaterial die Rede, das überall auf den Gleisen und den Rändern vieler Bahnen zu finden sei. Aus welchem Material die Gleise bestehen, wurde bislang nicht mitgeteilt. Üblicherweise werden diese aus Stahl gefertigt. Stahl jedoch kann auch große Sommerhitze nichts anhaben - der Schmelzpunkt liegt jenseits von 1500 Grad Celsius. Welche Rolle das besagte Vergussmaterial bei der Verlegung der Gleise spielte, ist noch unklar.

Weiterhin hohe Temperaturen angekündigt

Das Material sei, so melden die BNN, an einigen Stellen des Schienennetzes zähflüssig geworden. Warum das schon bei Temperaturen von etwa 30 Grad geschah, sei noch offen. Hinter vorgehaltener Hand sei von Baupfusch und minderwertigem Material die Rede. Es sei damit zu rechnen, dass wichtige Routen durch die Innenstadt noch bis zum Abend gesperrt blieben. Noch habe der Ausfall der Stadtbahn zu keinen größeren Problemen geführt, berichtet die Zeitung. Offenbar seien die Menschen in Karlsruhe auf Fahrrad oder Auto ausgewichen. Außerdem sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden.

Die badische Großstadt hat mehrere Tage sommerlichen Wetters erlebt. Auch an diesem Mittwoch sind für Karlsruhe wieder Temperaturen jenseits der 30 Grad angekündigt. Das soll auch bis zum Wochenende so bleiben.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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