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Hartmut Hopp lebt in Deutschland.
Hartmut Hopp lebt in Deutschland.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 07. Juli 2014

Missbrauch in "Colonia Dignidad": Sektenarzt Hopp soll in deutsche Haft

Er war Arzt und rechte Hand des Sektenführers der "Colonia Dignidad": Hartmut Hopp. In Chile wird er wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs verurteilt, doch er flieht nach Deutschland. Eine Auslieferung ist ausgeschlossen - eine Strafverbüßung nicht.

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Der ehemalige Sektenarzt der "Colonia Dignidad", Hartmut Hopp, soll seine Strafe auf Antrag der chilenischen Justiz in Deutschland verbüßen. Hopp war in Chile wegen Beihilfe zum Kindesmissbrauch zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, hatte sich aber nach Deutschland abgesetzt. Der Oberste Gerichtshof Chiles beschloss nun einstimmig, die Haftvollstreckung in Deutschland zu beantragen.

"Grundsätzlich ist das möglich", sagte ein Sprecher der Krefelder Staatsanwaltschaft. Bei einem solchen Antrag werde geprüft, ob das Urteil bestimmten rechtlichen Mindeststandards entspricht. Es zeichne sich bereits ab, dass die Verteidigung von Hopp "eine Vielzahl von Einwendungen" vorbringen werde. Letztlich müsse auch die Bundesregierung der Haftvollstreckung in Deutschland zustimmen.

Für Kindesmissbrauch verurteilt

Der in Krefeld lebende Mediziner war in Chile in Abwesenheit wegen Sexualverbrechen an Kindern zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Auslieferungsantrag scheiterte, weil Deutsche nicht ins Ausland ausgeliefert werden dürfen.

Hopp war 2011 nach einer nicht rechtskräftigen Verurteilung aus Chile nach Deutschland geflohen. Zwei Jahre später wurde das Urteil gegen Hopp wegen Beihilfe zum Kindesmissbrauch in 16 Fällen bestätigt. Weitere vier verurteilte Deutsche sitzen ihre Haftstrafe in Chile ab.

Hopp war die rechte Hand des 2010 verstorbenen Sektenführers Paul Schäfer, der 2006 wegen Kindesmissbrauchs in Chile zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war. In der "Colonia Dignidad", etwa 350 Kilometer südlich von Santiago de Chile, wurden während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet politische Häftlinge gefoltert.

Quelle: n-tv.de