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Nach 50 Stunden Operation Siamesische Zwillinge überleben Trennung

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Die beiden Kinder mussten drei lange Operationen überstehen.

(Foto: Gosh Hospital / www.gosh.nhs.uk)

Safa und Marwa Ullah sind bei ihrer Geburt an den Köpfen miteinander verwachsen. Im Februar gelingt einem Ärzteteam in London dann die Sensation: Nach drei stundenlangen Operationen werden die beiden erfolgreich getrennt. Nun kann die Familie endlich aufatmen.

Die siamesischen Zwillinge Safa und Marwa Ullah haben ihre Trennung nach insgesamt 50 Stunden Operation überlebt. Wie das Kinderkrankenhaus Great Ormond Street Hospital (GOSH) in London nun mitteilt, haben die beiden ihren letzten Eingriff im Februar 2019 gut überstanden.

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Die pakistanischen Mädchen Safa und Marwa können nun normal aufwachsen. Vor einigen Monaten war das noch unvorstellbar, denn sie waren seit ihrer Geburt im Januar 2017 am Kopf verwachsen und teilten dort ihre Blutgefäße.

Zwei vorbereitende Operationen

Die ersten beiden großen Operationen der Zwillinge fanden bereits im Oktober und November 2018 statt. Im Februar 2019 unterzogen sich die beiden zum dritten Mal einer langwierigen Operation.

Insgesamt waren am GOSH in London 100 Personen daran beteiligt. Es ist eins der weltweit führenden Kinderkrankenhäuser. Für das Londoner Hospital ist es nach 2016 und 2011 bereits die dritte erfolgreiche Trennung von siamesischen Zwillingen.

Die Trennung von Safa und Marwa galt als besonders schwierig: Im ersten Schritt wurden unter anderem ihre Kopf-Arterien voneinander getrennt, beim zweiten wurden ihre Venen dort separiert und bei der letzten Operation wurden die beiden Mädchen tatsächlich voneinander getrennt.

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Die Experten nutzten auch Virtual Reality, um die Anatomie des Kopfes exakt nachzubauen. Mithilfe eines 3D-Druckers wurden anschließend Plastikmodelle für die Mädchen erstellt. Die hohen Kosten für die OPs hat ein privater Spender getragen, der anonym bleiben will.

"Es war eine komplexe Reise"

Rund fünf Monate nach der Operation zeigt sich die Familie nun der Öffentlichkeit. "Wir wollen dem Krankenhaus und dem medizinischen Personal für alles danken, was sie für uns getan haben. Wir sind aufgeregt, wie unsere Zukunft aussehen wird", erklärt die Mutter Zainab Bibi überglücklich. Schon Anfang Juli konnten die beiden Mädchen das Krankenhaus verlassen.

Die behandelnden Ärzte sind froh, dass die Zwillinge erfolgreich getrennt werden konnten, wie sie in einem Statement erklärten: "Wir freuen uns sehr, dass wir Safa und Marwa und der Familie helfen konnten. Es war eine lange und komplexe Reise für die beiden und wir werden auch weiterhin nach ihnen schauen." Das Krankenhaus hatte mit der Veröffentlichung der Nachricht extra so lange gewartet, um abzuwarten, wie sich die beiden Mädchen nach den Eingriffen erholen.

Siamesische Zwillinge sind sehr selten und die Fehlbildungen treten nur bei einer von 2,5 Millionen Geburten auf. Die beiden Mädchen müssen sich nun weiteren Behandlungen unterziehen und bekommen Physiotherapie. Sie sollen damit auf dem Weg in ein selbstständiges Leben unterstützt werden.

Quelle: n-tv.de, sgu

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