Panorama

Leichen der Opfer geborgen Spezialisten untersuchen Grubenunglück

Nach dem tragischen Grubenunglück in Südthüringen laufen jetzt die Untersuchungen an. Experten müssen klären, wie es zu dem tödlichen Gasaustritt kam. Warum war die Druckwelle, bei der drei Menschen starben, so gewaltig?

Nach dem schweren Grubenunglück mit drei Toten im thüringischen Unterbreizbach ermittelt die Staatsanwaltschaft nach der Ursache. Die Schächte des Bergwerks würden derzeit belüftet, teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma K+S Kali GmbH mit. Erst wenn sich die Verhältnisse unter Tage gebessert hätten, könne mit den eigentlichen Untersuchungen begonnen werden, sagte sie. "Wir müssen warten, bis alle Wetter im Schacht wieder frisch sind." Auch Experten vom Bergamt waren an der Unglücksstelle.

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Drei Kumpel konnten nicht gerettet werden.

(Foto: REUTERS)

Drei Männer im Alter von 24, 50 und 56 Jahren waren ums Leben gekommen, als am Tag zuvor bei einer Routinesprengung in großer Menge Kohlendioxid explosionsartig freigesetzt wurde. Vier weitere Bergleute konnten kurz darauf aus der Grube des Kali- und Steinsalzproduzenten K+S (Kassel) gerettet werden.

Bei dem Unglück gab es eine gewaltige Druckwelle. Nach ersten Angaben von K+S wurden die drei Getöteten einige Kilometer vom Ausbruchsort entfernt in der Nähe der Schachtanlage gefunden. Der Bereich gelte normalerweise als sicher, sagte ein Sprecher. Die Leichen wurden nach Angaben der Polizei am frühen Morgen geborgen und über Tage gebracht. Eine Obduktion soll nun die genaue Ursache für den Tod der drei Bergleute klären.

Obduktion soll Todesursache klären

Laut Umweltminister Jürgen Reinholz hatten die insgesamt sieben Bergleute ein Vorauskommando gebildet, das üblicherweise nach Sprengungen zuerst kontrolliert. Die Grubenfeuerwehr suchte anschließend mit schwerer Atemschutztechnik nach den drei vermissten Bergleuten, zu denen nach dem Gasaustritt kein Kontakt mehr bestand.

Versäumnisse beim Arbeitsschutz soll es laut dem Werk nicht gegeben haben. Nach bisherigen Erkenntnissen seien alle Regeln eingehalten worden, sagte Werksleiter Rainer Gerling. Auch die getöteten Bergleute hätten sich wohl an die Vorschriften gehalten.

Mit den vier geretteten Bergarbeitern habe man bislang nicht über den Unfallhergang sprechen können, sagte er. Den Mitarbeitern und den Angehörigen sei zunächst eine sozialpsychologische Betreuung angeboten worden.

Vor der Einfahrt zur Grube leuchteten am Morgen Kerzen. Die Arbeit ruht bis auf Weiteres, wie ein K+S-Sprecher sagte. "Die Frühschicht ist am Morgen nicht eingefahren und wurde freigestellt." Experten sollen untersuchen, ob Schäden an technischen Einrichtungen in der Grube entstanden sind und wann weitergearbeitet werden kann.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht reagierte mit großer Betroffenheit und Trauer. Die Region im Südwesten Thüringens nahe der Landesgrenze zu Hessen ist seit Jahrzehnten vom Kali-Bergbau geprägt. Es handelt sich wahrscheinlich um das schwerste Grubenunglück seit 1989 in Deutschland.

Quelle: ntv.de, hah/dpa/AFP

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