Panorama

"Spaß"-Bombendrohung Studentin lebenslang pleite

Fast vier Jahre nach der folgenschweren Bombendrohung gegen den Düsseldorfer Flughafen ist eine Studentin am Freitag zu 207.000 Euro Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf entsprach damit der Zivilklage des drittgrößten deutschen Flughafens. Auch der Anwalt der Studentin hatte eingeräumt, dass die Forderung berechtigt sei. Die 31-Jährige hatte den Airport mit ihrer Terrordrohung im Namen der islamistischen El Kaida sieben Stunden lang lahm gelegt, weil sie nicht mit ihrem Freund in Urlaub fliegen wollte. 136 Flüge fielen aus, 150 waren erheblich verspätet.

Die Bundespolizei hat bereits 151.000 Euro Schaden geltend gemacht, die Landespolizei 28.000 Euro. Die Fluggesellschaft Air Berlin will noch 48.000 Euro einklagen. Die Frau ist damit völlig überschuldet. Der Flughafen sieht wenig Hoffnung, sein Geld zu erhalten, hatte den Prozess aber auch wegen der Abschreckung möglicher Nachahmer geführt.

Strafrechtlich ist der Fall bereits abgeschlossen. Das Landgericht Düsseldorf hatte die Frau im April 2004 zu einer Strafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Mehrfach hatte sie am letzten Wochenende der Sommerferien 2003 telefonisch mit einem Bombenanschlag gedroht. Die Bundespolizei nahm die Drohung ernst und evakuierte den Flughafen, der Flugbetrieb wurde eingestellt. 15.000 Passagiere und Abholer saßen stundenlang fest. Insgesamt hatten Airlines, Geschäftsleute und Behörden die Schäden später auf rund 1,3 Millionen Euro beziffert.

Weil die Chance gering ist, das Geld bei der 31-Jährigen einzutreiben, haben die meisten Geschädigten auf Klagen verzichtet. Die Maschinenbau-Studentin wird nach Einschätzung ihres Anwalts ein Leben an der Pfändungsfreigrenze führen, denn eine Verbraucherinsolvenz ist bei vorsätzlich begangenen Straftaten nicht möglich.

Quelle: n-tv.de