Schönwetterphase vorbeiSturmtief "Gina" bläst den frühen Frühling davon

Vielen Menschen tat das gut: Nach dem unwirtlichen Winter gab es zuletzt eine längere Phase mit Wärme, Sonne und viel blauem Himmel. Diese Zeiten sind jetzt aber erst einmal vorbei, erklärt ntv-Meteorologe Alexander.
ntv.de: Der Schönwetter-Frühling scheint jetzt eine Delle zu bekommen. Was erwartet uns?
Björn Alexander: Nach den Dauerhochs sind die Tiefdruckgebiete inzwischen zurück auf der Wetterbühne. Und so gibt es - nach einem kleinen Zwischenhoch am Donnerstag - zum Freitag bereits die nächsten Tiefausläufer von Sturmtief "Gina". Das liegt mit seinem Zentrum bei Island und bringt vor allem dort sowie über den Britischen Inseln und bis nach Südskandinavien Sturm- bis Orkanböen.
Wird es hierzulande ebenfalls stürmisch?
Windig, teils auch stürmisch - wobei die Böen deutlich unter denen über West- und Nordeuropa liegen. Das bedeutet für den Freitag in Küstennähe Böen bis Stärke 8 oder 9 und im Oberharz in der Nacht zum Freitag Orkanböen sowie tagsüber schwere Sturm- bis orkanartige Böen bis um oder über 100 km/h.
Welches Wetter gibt es dazu?
Immer wieder Schauerwolken, die im Bergland auch Schnee mitbringen können. Alles in allem muss man aber feststellen, dass die Niederschlagsprognosen vielerorts leider eher dürftig ausfallen.
Wieso "leider"?
Weil wir uns vor allem in den östlichen Landesteilen schon jetzt auf das Thema Trockenheit fokussieren müssen. Denn nach einem regional bereits viel zu trockenen Winter hat sich mit der Hochdrucklage im März im Hinblick auf Niederschlag auch noch nichts getan.
Wie sieht es bei den längerfristigen Prognosen konkret aus?
Die spekulieren bis ins letzte Monatsdrittel hinein besonders im südlichen Ostdeutschland auf eine nach wie vor sehr geringe Niederschlagsneigung. Kurzum: Wenn es ganz schlecht läuft, dann gibt es in Teilen von Sachsen-Anhalt oder dem südlichen Brandenburg im März 2026 so gut wie keinen Regen. Übrigens ist das für den März bei Weitem nicht das erste Mal.
Warum?
Weil der März - ähnlich wie der April oder auch der Juni - eine massive Veränderung der Großwetterlagen hin zur Trockenheit erfährt. Das gleitende Mittel des Niederschlags zeigt für den März nämlich seit dem Jahr 2010 bis auf wenige Ausnahmen abwärts. Zu nass waren demnach nur der März 2019 sowie der März 2023. Ansonsten war es vielfach zu trocken oder sogar deutlich zu trocken. Auf der anderen Seite sind es aber natürlich bevorzugt die Frühjahrsmonate, in denen die Natur für den Einstieg ins Wachstum den Regen ganz besonders dringend benötigt.
Wie gravierend ist die Niederschlagsabnahme im April und Juni?
Tatsächlich noch heftiger. Denn hier manifestiert sich der Abwärtstrend bereits seit den 1990ern.
Schwere Zeiten auch für Allergiker, denen der Regen ja zu Hilfe eilen könnte. Welche Pollen sind momentan unterwegs?
Erle und Hasel machen nach wie vor den Löwenanteil aus - wobei die Erle klar dominiert, da die Hasel den Zenit bereits überschritten hat. Parallel dazu steigt jetzt die Birke in den westlichen Landesteilen allmählich ins Blüh- und Fluggeschehen ein. Erst noch gebremst durch das bevorstehende Schauerwetter. Doch das wird sich natürlich auch wieder ändern, sodass die Allergiegeplagten mit Schwerpunkt Birke sich allmählich schon mal mit den entsprechenden Arzneien vorsorgen sollten.
Worauf können wir uns wettertechnisch im Detail einstellen?
Am Freitag bleibt es vom Süden bis herauf nach Berlin noch lange sonnig und warm mit 15 bis 19 Grad, während es ansonsten wolkiger und zunehmend regnerisch weitergeht. Und mit den Regenwolken ist es windig und kühler mit 8 bis 14 Grad.
Welche Aussichten bringt uns das Wetter am Samstag?
Verbreitet ist es trüb und zeitweise fällt Regen, der auf den Berggipfeln oberhalb von rund 800 Metern in Schnee übergeht. Einzig von Bayern bis in die Lausitz ist es zu Beginn nach sonniger. Das Ganze bei 11 bis 17 Grad, mit der Sonne im Südosten und 5 bis 10 Grad im großen Rest.
Und am Sonntag?
Geht es im Südosten, also von Sachsen bis herunter nach Bayern, vielfach wolkig und mit gelegentlichem Regen weiter. Im übrigen Land lockt indes das nächste Zwischenhoch. Erst mit Dunst oder Nebel, später gibt es dann aber mehr Sonnenschein. Die Temperaturen bringen es - nach teils frostiger Nacht - auf maximal 4 bis 13 Grad.
Wie gestaltet sich der Start in die nächste Woche?
Am Montag gibt es windiges Aprilwetter mit häufigen Schauern und örtlichen Graupelgewittern bei höchstens 4 bis 12 Grad. Die Schneefallgrenze bewegt sich bei 600 bis 800 Metern, bevor es am Dienstag wieder etwas stabiler weitergeht. Und mit den freundlicheren Abschnitten mit Sonne klettern die Temperaturen ebenfalls etwas an und bringen es auf 8 bis 13, am Oberrhein sowie im Nordwesten auf bis zu 15 Grad.