Panorama

Unglück auf RügenSuche nach Mädchen eingestellt

30.12.2011, 12:49 Uhr
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Der Wanderweg zur Unglückstelle ist abgesperrt. (Foto: dpa)

Es gibt keine Hoffnung mehr: Die Suche nach der zehnjährigen Katharina ist wegen des Hochwassers an der Steilküste von Rügen vorerst eingestellt worden. Am Samstag wird in einem Gottesdienst des verschütteten Kindes gedacht. Das traditionelle Silvester-Feuerwerk am Kap Arkona fällt dieses Jahr aus.

Die Suche nach dem verschütteten Mädchen am Kap Arkona auf Rügen ist wegen Hochwassers eingestellt worden. Nach Vorhersagen des Wasser- und Schifffahrtsamtes soll der Wasserstand, der derzeit 70 Zentimeter über normal beträgt, bis zum Neujahrstag nicht zurückgehen. Bis dahin ruhen die Suchmaßnahmen, wie Einsatzleiter Daniel auf einer Pressekonferenz am Kap Arkona sagte.

Sollten sich jedoch konkrete Hinweise ergeben, wo die zehnjährige Katharina unter den Geröllmassen liegt, würden die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr sofort wieder anrücken. Rund 150 Helfer hatten bis in die Nacht mit Bagger, Spezialkamera und einer Hundestaffel gesucht. Die Suche war dann wegen des steigenden Wasserstandes abgebrochen worden.

. Ihre Mutter und Schwester überlebten das tragische Unglück verletzt. Beide liegen im Krankenhaus. Die Urlauberfamilie stammt aus dem Norden Brandenburgs. Mehrere tausend Kubikmeter Steilküste waren plötzlich in die Tiefe gestürzt.

Gedenkminute für das Mädchen geplant

Am Samstag soll in der Silvesterandacht in der Kapelle des Fischerdorfes Vitt auf Rügen des tragischen Unglücks am nahen Kap Arkona gedacht werden. Bei der traditionellen, vom Bürgermeister geführten Sturmwanderung am Kap Arkona am selben Tag soll am Unglücksort mit einer Gedenkminute an das aller Wahrscheinlichkeit nach tote Mädchen erinnert werden. Das Silvester-Höhenfeuerwerk am Kap Arkona wurde abgesagt. Jährlich pilgern rund 10.000 Besucher zu dem Spektakel, viele von ihnen sind Touristen.

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Die Steilküste auf Rügen. (Foto: dpa)

Als Ursache für das Abrutschen der Steilküste am Kap Arkona gelten die Regenmassen des vergangenen Sommers. In den kommenden Wochen sollen Mess-Sonden in den Steilhang gebracht werden, um Veränderungen besser beobachten zu können. Ein geologisches Gutachten soll besonders gefährdete Abschnitte lokalisieren. Urlauber werden mit Faltblättern und im Internet informiert. Ein Mess-Sonden-Feld gibt es bereits im Slawischen Burgwall auf Arkona. Dieser ist bereits seit eineinhalb Jahren wegen Abrutschgefahr für Besucher gesperrt.

Immer wieder kommt es auf Deutschlands größter Insel zu Kreide- und Steilküstenabbrüchen. Schilder warnen vor dem Betreten der Strände unter den Klippen. Wer trotzdem dort spazieren geht, tut dies auf eigene Gefahr. Im Jahr 2005 war eine Frau auf der Halbinsel Mönchgut bei einem Küstenabbruch verschüttet worden und ums Leben gekommen. Am jetzigen Unglücksort hatte es nach Aussagen der Behörden seit rund 100 Jahren keinen Abbruch gegeben. Das Areal ist weiträumig abgesperrt und soll es zunächst auch bleiben. Eine generelle Sperrung der Steilküsten gilt als nicht realistisch.

Quelle: dpa