Panorama

Wind, Regen, umgestürzte Bäume Tief "Kirsten" sorgt für Gefahr

Mit "Kirsten" ist es amtlich: Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Das Sturmtief fegt mit kräftigen Böen und Regenschauern über Deutschland hinweg, stürzt Bäume um und legt teilweise den Bahnverkehr lahm. Das Gute ist: Morgen soll es sich wieder beruhigen. Allerdings ist das nächste Tief schon auf dem Weg.

"Kirsten" und seine Ausläufer fegen über Deutschland hinweg. In manchen Regionen hat das Sturmtief schon am Morgen den Verkehr gestört und Schäden verursacht, Menschen wurden von herabfallenden Ästen und Bäumen verletzt. Im Laufe des Tages und der Nacht sollen die Stürme nachlassen.

In Nordrhein-Westfalen erlitt im niederrheinischen Hünxe eine Autofahrerin leichte Verletzungen, als ihr ein Baum auf die Motorhaube fiel. In Kleve wurde ein Motorradfahrer laut Polizei durch einen herabfallenden Ast verletzt. Auch wurde ein herumfliegendes Trampolin gesichert. Auf der Autobahn 44 kippte ein Lastwagen auf der Autobahn um, die Strecke in Richtung Aachen wurde gesperrt.

Zudem sorgten umgestürzte Bäume bereits am Morgen für Bahnstreckensperrungen bei Köln, Ennepetal und Dortmund. Bei Dortmund-Aplerbeck ließ die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben einen Nahverkehrszug evakuieren. Rund 100 Reisende mussten demnach den Regionalexpress verlassen, weil er wegen eines auf dem Gleis liegenden Baumes nicht weiterfahren konnte.

Wegen der erhöhten Gefahr durch umstürzende Bäume blieben unter anderem der Zoo in Wuppertal und Wildparks in Köln und Düsseldorf aus Sicherheitsgründen zu. In Erfurt schloss die Stadt den Hauptfriedhof sowie die Ortsteilfriedhöfe vorsorglich. Auch in Hannover wurden Freiflächen und der Tiergarten geschlossen.

Oberleitungen in Bayern blockiert

51513067f83a3dc0d17467ed448e42bf.jpg

Gegen den Wind ankämpfen müssen Wanderer auf dem Brocken wegen "Kirsten". Dort sorgte das Sturmtief für Böen mit über 100 Kilometern pro Stunde

(Foto: dpa)

In Bayern sperrte die Bahn am Vormittag die Strecke zwischen Fürth und Zirndorf in Mittelfranken für etwa eine Stunde, weil ein umgestürzter Baum die Gleise blockierte. Zwischen Roth und Schwabach gab es Schäden an der Oberleitung, sodass die Regionalbahnen ab dem Mittag nicht mehr fahren konnten, sagte ein Bahnsprecher.

Da die Bäume derzeit noch voller Laub sind, bieten sie dem Wind eine große Angriffsfläche, hatte ntv-Meteorologe Björn Alexander bereits zuvor gesagt. Der Deutsche Wetterdienst sprach von der "ersten herbstlichen Sturmlage des Jahres". Der DWD verwies zudem auf die Trockenheit der vergangenen Wochen in einigen Regionen, die die Wälder sehr geschwächt habe.

ntv-Meteorologe Alexander hatte Windböen von bis zu 100 Kilometer pro Stunde in Aussicht gestellt. Auf dem Brocken im Harz könnten es bis zu 150 km/h werden. In den kommenden Tagen beruhigt sich das Wetter wieder. Allerdings bleibt es wohl wechselhaft und kühler.

Der Norden kam zunächst glimpflich davon: Obwohl "Kirsten" am Morgen vor allem in Ostfriesland und an der dortigen Nordseeküste kräftig wehte, habe es sehr wenige umgestürzte Bäume gegeben, sagte ein Sprecher der regionalen Rettungsleitstelle Ostfriesland. Trotz des Windes setzten große Fähren an der Nordseeküste zunächst ohne Einschränkungen zu den Ostfriesischen Inseln über. "Wir fahren planmäßig. Wir kommen bei der Sturmstärke zwar an die zehn dran, das ist aber nichts, was wir nicht gewöhnt sind", sagte Fred Meyer, Sprecher der Reederei Norden-Frisia, die Fahrten nach Norderney und Juist anbietet. Auch nach Borkum, Langeoog und Baltrum sollten die Fähren wie geplant fahren. Die AG Ems stellte allerdings Fahrten mit dem leichteren Katamaran nach Borkum ein.

Quelle: ntv.de, joh/dpa