Panorama

Tödlicher Angriff in Indonesien Tiger reißt Frau in Stücke

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Sumatra-Tiger leben nur auf der indonesischen Insel und gelten als vom Aussterben bedroht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auf der indonesischen Insel Sumatra kann ein Mann einen Tiger mit beruhigendem Reden davon überzeugen, woanders nach Beute zu suchen. Das Raubtier gehorcht, fällt dann aber mutmaßlich eine Verwandte des Mannes an. Sie ist die fünfte Tote in der Region seit November.

Auf der indonesischen Insel Sumatra ist es Medienberichten zufolge erneut zu einer tödlichen Begegnung zwischen Tiger und Mensch gekommen. Die zerstückelten Überreste einer jungen Frau seien am Freitag unweit einer öffentlichen Badestelle im südlichen Bezirk Muara Enim gefunden worden, berichtet das lokale Nachrichtenportal "Tribun Sumsel".

Vertreter der Naturschutzbehörde gehen davon aus, dass ein Tiger die 30-Jährige zerfleischt hat. Die Badestelle befindet sich nahe dem geschützten Waldgebiet, in denen der seltene Sumatra-Tiger lebt.

Besonders tragisch: Ein Onkel des Opfers berichtet auf dem Portal "Kompas.com", dass er zuvor auf dem Kaffeefeld einem etwa zwei Meter langen Tiger begegnet sei. Er habe das Raubtier mit beruhigendem Reden überzeugt, sich von ihm abzuwenden und "woanders nach Beute zu suchen". Entsetzt habe er später erfahren, dass der Tiger daraufhin offenbar seine Nichte an dem nahe gelegenen Badeplatz angefallen habe.

Seit November hat es mit dem jüngsten Opfer in der Provinz fünf Tote und zwei Verletzte durch mutmaßliche Tiger-Angriffe gegeben, zumeist auf den Kaffeeplantagen in Waldnähe. Unklar ist, ob stets dasselbe Tier oder verschiedene Tiger angriffen. Laut Daten des Forstministeriums leben dort knapp 600 Sumatra-Tiger in ihrem natürlichen Lebensraum. Von den drei einst im Vielinselstaat beheimateten Tiger-Unterarten leben nur noch Vertreter des Sumatra-Tigers.

Der Bali- und der Java-Tiger sind ausgestorben. Der Sumatra-Tiger ist laut der Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht. Wilderei und Abholzung gefährden ihn am meisten.

Quelle: ntv.de, chr/dpa